[Blogparade]Women Power plus Gewinnspiel

[Blogparade]Women Power plus Gewinnspiel

25. Juni 2018 16 Von Petrissa

ArsEdition hat zu einer Blogparade zum Thema „Power Women“ eingeladen.

ArsEdition wird die Beiträge auf seiner Seite sammeln und dazu hat der Verlag liebenswürdigerweise ein Verlosungsbuch für Euch zur Verfügung gestellt.

Wir Frauen haben in den letzten 100 Jahren viel erreicht. Ganz vorne weg natürlich das Wahlrecht!

In Teilen Südpazifiks, Neuseeland und Südaustralien wurde schon im 19. Jahrhundert das Wahlrecht eingeführt.

In Europa war Finnland 1906 der Vorreiter, gefolgt von Norwegen (1913) und Dänemark (1915). 1917 bekamen die Niederlande das passive Frauenwahlrecht (und zwei Jahre später das aktive), so wie Russland. 1918 folgten dann Großbritannien, Polen, Österreich und im Januar 1919 auch Deutschland.

Erst 1971 bekam die Schweiz auf Bundesebene das Frauenwahlrecht! Der Kanton Appenzell Innerrhoden musste 1990 sogar durch das Bundesgericht gezwungen werden, das Frauenwahlrecht einzuführen und als letztes westeuropäisches Land kam1984 Liechtenstein dazu


Nicht zu Vergessen die Antibabypille, die seit 1961 in Deutschland die Zulassung bekam. (Bekannt war sie schon einige Jahre früher). Damit erlangten Frauen erstmals die sexuelle Unabhängigkeit. Auch die Abschaffung von §218 gab den Frauen Selbstbestimmungsrecht zurück. In der DDR war Abtreibung schon seit 1972 straffrei, die BRD führte es erst 1995 als Kompromiss zur Deutschen Einheit ein.


Was viele heute gar nicht mehr wissen, dass bis 1977 die Frau theoretisch die Zustimmung ihres Mannes brauchte, um arbeiten gehen zu dürfen. Bis in die 50ziger Jahre konnte der Mann einfach das Arbeitsverhältnis seiner Frau kündigen. Lehrerinnen durften in manchen Bundesländern weder verheiratet sein, schon gar nicht ein Verhältnis zu einem Mann haben.


Aber es gibt immer noch viel zu tun. Frauen sind nach wie vor in Vorständen kaum anzutreffen, werden geringer bezahlt, jede zweite Frau war in ihrem Leben schon mal sexueller Übergriffe ausgesetzt. Jedes 7. Mädchen ist von sex. Missbrauch betroffen.

Die Täter kommen fast immer aus dem persönlichen Umfeld. Vergewaltigung in der Ehe ist erst seit 20 Jahren strafbar!

Im Krieg wurde und wird Vergewaltigung immer noch als Waffe eingesetzt.


ArsEdition fragt nach, wer für uns persönlich eine Power Women war/ist.

Meine Oma


Meine Oma wurde 1912 geboren. Der Ort zählte damals zur österreichisch-ungarischen Monarchie und gehörte nach dem 1. Weltkrieg zur Tschechei. Sie wuchs im Gebiet des Sudentendeutschlands auf.

Als der zweite Weltkrieg ausbrach, lebte und arbeitete sie in Prag und wurde gleich dreimal komplett ausgebombt. D.h. dreimal neu anfangen. Neue Wohnung suchen, Möbel, Kleidung, alles mit kleinen Kindern.

Später geriet sie in russische Gefangenschaft. Sie hat mir viel erzählt, auch wenn es heute quasi meine Erinnerungen von ihren Erinnerungen sind.
Drei ihrer Kinder sind im Krieg verhungert. Eine Schüssel dreckiges Wasser mit Maden drinnen und ein Stück verschimmeltes Brot bekam sie für sich und die Kinder in Gefangenschaft am Tag.
Eine Tochter ist mit 3 Jahren von den Russen verschleppt worden.
Sie erzählte mir, wie mal jemand in die Kloake gefallen ist (also auf gut Deutsch da rein, wo die ganzen Fäkalien rein kamen) und sie versucht haben, den Mensch da raus zu retten.
Sie erzählte mir, wir schwangere Frauen an den Füßen aufgehängt und aufgeschlitzt wurden.

Sie wurde auch vergewaltigt, vermutlich nicht nur einmal. Ich habe mich damals leider nicht getraut mit ihr darüber zu reden, aber ich habe diverse Hinweise.

Meine Oma hat das, wie wohl die meisten Frauen im Krieg, alleine mit den Kindern durchgestanden, weil mein Opa an der Front war. Mit dem letzten Zug, der die Deutschen in den Westen brachte, sind sie geflohen.

Meine Oma ist für mich eine Power Frau gewesen, weil sie nie aufgegeben hat, weil sie sich nie hat brechen lassen. Mein Opa war ein gebrochener Mann, aber meine Oma hat über alle Erlebnisse geredet.
Und sie stand immer auf der Seite der Frauen.

Egal ob eine Frau auch mit 35 Jahren noch nicht verheiratet war, sich scheiden ließ, weil ihr Mann sie schlug oder sich nicht scheiden ließ, weil sie zu viel Angst vor ihrem Mann hatte.

Vor 30-40 Jahren haben alle darüber gelästert, dass sich die Balken bogen, aber meine Oma stand zu der Frau. Und für sie war immer klar, von einem Mann, der die Frau schlägt, lässt man sich scheiden.

Nun ist sie leider schon 20 Jahre tot und ich vermisse sie immer noch sehr. Der Schmerz brennt immer noch in meinem Herzen. Aber die Liebe auch.

Das ist im Übrigen mein ganz persönlicher Grund, warum ich so gegen Rechts kämpfe. Warum ich immer wieder auf Facebook und Twitter Beiträge gegen Rechts teile, auch wenn ich das Gefühl habe, von den Buchbloggern interessierte es fast niemanden. Warum ich immer wieder Bücher gegen das Vergessen und gegen Rassismus lese und rezensiere. Warum ich nicht still werde zu sagen: Kämpft gegen die Neuen Rechten an!

Ich will nicht, dass
irgend eine Frau auf der Welt nochmal das erleiden muss, was meine
Oma erlitten hat.


Ich möchte noch eine Frau vorstellen.

Dunja Hayali


Dunja Hayali ist eine deutsche Journalistin und Fernsehmoderatorin.

Sie wurde 1974 im Ruhrgebiet geboren.

Dunja Hayali hat unter anderem die ZDF-heute-Nachrichten moderiert, das heute-journal. Sie hat 2016 die Goldene Kamera bekommen in der Kategorie Beste Informationen.

Sie setzt sich sehr gegen Rassismus ein. Sie unterstützt den Verein „Gesicht Zeigen!“ und die Initiative „Respekt! Kein Platz für Rassismus!“ Für ihr Engagement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit hat sie 2018 das Bundesverdienstkreuz bekommen.


Sie selbst ist dem übelsten Rassismus ausgesetzt, weil sie Tochter irakischer Christen ist. Da nützt es auch nichts, dass ihre Familie sehr gebildet ist, Vater und Bruder sind Ärzte.


Ich lese immer wieder ihre Tweets auf Twitter und dieser pure Hass, der ihr unter jedem Tweet entgegenschlägt, ist einfach nur unterirdisch unmenschlich. Diese Hater sind so skrupellos und seelenlos, dass es mir immer wieder die Sprache verschlägt. Es ist auch ganz egal, was sie schreibt. Sie kann nur ein Bild von ihrem Hund posten und sie wird von manchen Menschen (haha!) so übelst angegangen. Mir fehlen die Worte. Dieser pure Hass ist so unglaublich. Ekelhaft!


Sie ist für mich eine Power Women, nicht nur, weil sie sie das alles aushalten muss, sondern weil sie damit (nach außen hin) gelassen umgeht.

Solche Frauen braucht das Land, solche Frauen braucht die Welt!


Das Gewinnspiel

Diese sieben Biografien erzählen nicht nur eine Geschichte von starken
Frauen, die ihrer Zeit Lichtjahre voraus waren. Es ist auch die
Geschichte von Menschen, die nicht bereit waren, Kompromisse zu machen.
Entgegen aller Widerstände haben sie ihre Leidenschaften, ihre Gedanken,
ihr Innerstes in die Welt getragen – mutig, stark, inspirierend!

Link zum Buch.


Das Gewinnspiel endet am Samstag den 30.Juni. 2018.

Am nächsten Tag werde ich auslosen und den Gewinner in einem extra post bekannt geben.

Gewinnspielfrage:

Ich möchte von Euch wissen, wer für Euch eine Power-Frau ist und warum? Und zwar möchte ich gerne eine öffentliche Powerfrau genannt bekommen. Ihr könnte zusätzlich natürlich gerne eine Verwandet nehmen, aber Ihr hüpft nur in den Lostopf, wenn Ihr eine in der Öffentlichkeit stehende Frau dazu nennet. Und bitte verratet mir auch den Grund.

Teilnahmebedingungen:

– Die Gewinnspielfrage muss beantwortet werden. 
– Ich übernehmen keine Verantwortung, falls das Päckchen auf dem Postweg verschwindet.
– Es findet keine Barauszahlung statt.
– Es können nur User mit einer Adresse innerhalb von Deutschland mitmachen.
– Ihr müsst 18 sein oder mir die Erlaubnis Eure Eltern zuschicken.
– Ihr schickt mir bis zum 04.07.18 Eure Adresse oder ich lose neu aus.
– Die persönlichen Daten, wie Name und Adresse, werden nach Versand unwideruflich gelöscht.
– Es gelten die aktuellen Datenschutzbestimmungen von morgenwald.eu.
– Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Und nun: Viel Glück!
🍀

Und stets Kraft im Leben.

Eure Petrissa


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