[Rezension] Die Gabe

[Rezension] Die Gabe

25. Februar 2018 6 Von Petrissa
Die Gabe
Autorin: Naomi Alderman
Verlag: Heyne (12. Februar 2018)*
ISBN-10: 3453319117
Seiten: 480
Inhalt:
Jugendliche Mädchen bekommen plötzlich
die Fähigkeit, durch ihre Hände Stromschläge zu verteilen,
Menschen zu verletzen oder gar zu töten. Diese Fähigkeit können
sie auch an ältere Frauen weiter geben.
Endlich können die Frauen in der Welt
aufstehen und sich gegen die Gewalt der Männer wehren.
Besonders in den muslimischen Ländern
gehen hunderttausende auf die Straße.
Aber auch Zwangsprostituierte,
missbrauchte Mädchen sind dieser Gewalt nun nicht mehr ausgeliefert.

Nach und nach kommt es allerdings immer
mehr zu Gewalt gegen Männer. Nun sind sie es, die vergewaltigt und
gequält werden.
Die Geschichte ist ein Buch im Buch.
Neil schickt das Manuskript an Naomi und bittet sie um ihre Meinung.
Es handelt über einen Zeitraum von 10
Jahren, in denen man den Wandel in der Welt, anhand von wechselnden
Perspektive, verfolgen kann.
Meine Meinung:
Ein sehr beeindruckendes Buch. 
Barack Obama hat es auf die Shortlist der besten Bücher 2017 gesetzt, weswegen ich neugierig auf das Buch geworden bin. 
Auf der Rückseite steht von „mail on
sunday“ das Zitat: „Die Gabe hält unsere Gesellschaft
schonungslos den Spiegel vor.“ Und dieser Satz trifft es wirklich
perfekt.
Es geht um weit mehr, als darum, dass
Frauen nicht besser sind als Männer, wenn sie die Macht hätten.
Für mich wird vordergründig deutlich,
wie die patriarchale Gesellschaft mit Frauen umgehen und zwar anhand
dessen, wie die Frauen im Roman, im Laufe des Buches, mit den Männern
umgehen.
Das fängt bei ganz subtilen Sachen an,
wie das man (frau) die hübschen Jungs nach der Konferenz mit in die
Bar nimmt, ihnen auf den Arsch schaut und denkt, vielleicht wird
läuft da am Abend noch was. Das die Frau über den erwachsenen Mann
denkt: Er macht es so, wie sich das für einen guten Jungen gehört.
Bis hin zur wirklich brutal Gewalt. Es
entwickeln sich Methoden, die der Genitalverstümmlung an Frauen
gleich kommen und es kommt zu brutalen Vergewaltigungsszenen.
Da wird den Männern unterstellt, sie
wollen sich doch vergewaltigen lassen. An dieser Stelle und auch an
anderen, war ich so geschockt! Wie kann eine Frau das nur sagen,
denken?! Und dabei ist mir aufgefallen, für wie „normal“ ich es
inzwischen halte, wenn Männer so was sagen.
Auch die Religion ändert sich, was
besonders am Ende sehr spannend wird, als Neil und Noemi nochmal über
das Buch reden.
Ich war während des Lesen immer wieder
irritiert, was die Briefe vom Anfang für einen Sinn hatten und warum
die Geschichte als Manuskript dargestellt wird. Das erfährt man am
Ende und es ist genial!
Natürlich sind Frauen nicht besser als
Männer, das weiß jede, die mit einer Gruppe Frauen zusammen
gearbeitet hat. In unsere Gesellschaft ist die Gewalt der Frauen
subtiler.
Doch was wäre, wenn wir Frauen
plötzlich die Macht hätten, körperliche Gewalt auszuüben?
„Sie machen es, weil sie es können.“

Der Satz kommt im Buch öfter vor und
ich dachte nur: Ja. Ein treffender Satz, den man natürlich auch
wieder auf auf unsere Gesellschaft übertragen kann.
Auch wird aufgezeigt, wie
Geschichtsschreibung funktioniert, die durch ein Geschlecht dominiert
ist.
Fazit:
Ein sehr, sehr wichtiges Buch über
unsere Gesellschaft, das völlig zu Recht den renommierten Baileys
Women’s Prize for Fiction bekommen hat.
5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Loading Likes...