Karma Highway

Karma Highway

14. Mai 2017 7 Von Petrissa
Autor: Michael Obert
Verlag: DuMont
Seiten: 70
DinA 6 Format

Der Reisereporter Michael Obert will
Indien verstehen, in dem er auf einer Fernstraße von Ost nach West
reist und bei einem Trucker mitfährt. In einem Land, auf dessen
Straßen alle 5 Minuten ein Mensch stirbt. Wo nur die Stärksten auf
der Straße überleben.
Ein 24 jähriger Truckerfahrer nimmt
ihn von Kalkutta bis Munbai mit.
Dem Fahrer sein Truckersitz ist ein
Campingstuhl, der auf dem Boden fest geschweißt ist. Die Mitfahrer
haben nur ein Brett zum Sitzen.
„Nie zuvor habe ich so viel über den
Tod nachgedacht, wie in dieser ersten Nacht.“
Die Inder sehen die Truckerfahrer als
Verbrecher, die HIV übertragen, „wie die Mücken Moskito“.
Doch Sitaram, der Fahrer, hat nicht
viel zu verlieren. Aus der Gegend, aus der er kommt, werden eh alle
wie Aussätzige behandelt.
Sein Monatsgehalt ist so gering, dass
er „mit korrupten Beamten um jede Rupie feilscht, weniger isst und
lieber ohne Licht und ohne [intakte] Bremsen fährt, als den Truck
auf eigene Kosten reparieren zu lassen.“
Ich war mir erst sehr unsicher, da ich
finde, dass es etwas reißerisch aufgemacht ist und anfängt. Der
Untertitel schon: „Eine Höllenfahrt in die Seele Indiens.“
Doch nach wenigen Seiten ändert sich
das und man ist schnell in der Geschichte drinnen. Staunt nur, wie
anders doch dort alles ist. Wie man scheinbar auch Leben kann –
muss. Dinge, die für uns ganz unvorstellbar wären.
Weniger gefallen hat mir, dass er
manches am Anfang nicht erklärt hat. Z.B. warum Sitaram ohne Licht
fährt. Im Laufe des Buches verändert sich das zum Positiven.
Schade ist auch, dass das Buch
eigentlich ein Büchelchen ist. Ich hätte das Ganze wirklich gerne
viel ausführlicher gelesen.
Doch alles in allem: Ein bewegender
Eindruck in eine völlig fremde Kultur, in völlig andere
Lebensarten. Diesen Leseeindruck kann ich nur empfehlen.
4 ♥ ♥ ♥ ♥
Vielen lieben Dank an DuMont für das
Rezensionsexemplar.
 🌷
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