[Meinung]Diese schrecklich schönen Jahre

[Meinung]Diese schrecklich schönen Jahre

28. Mai 2018 5 Von Petrissa
Diese schrecklich schönen Jahre
Autorin:Susanne Fröhlich, Constanze Kleis
Sprecherin: Susanne Fröhlich
Verlag: argon balance (2014)
ISBN: 978-3-8398-8046-3
Zeit: 3 Std 42 Min

Kürzlich erzählte mir jemand, dass sie mit ihren 47 in den Wechseljahren ist. Das hat mich etwas erschrocken. Ich bin davon ausgegangen, die kommen erst ab 50.  
Als ich das Hörbuch in der Bücherei sah, dachte ich, damit könnte ich mal einen Anfang machen, um mich zu informieren. 
Als Hessin kenne ich Susanne Fröhlich schon lange, mochte sie ganz am Anfang sehr, doch seit sie mit ihrem Moppel-Ich raus kam, geht sie mir eher auf die Nerven. 
Sehr spannend fand ich ihre Erzählungen rund um die Hormone. Der Östrogenspiegel sinkt und dadurch hat frau mehr Testosteron. Was dazu führt, dass frau nun ausspricht, was sie zuvor noch nicht mal gedacht hätte. 
Sie unternimmt einen Selbstversuch mit Botox. Sie findet das alles toll und klagt, wie abwertend die Gesellschaft darauf reagiert.
Geht aber auf die kritische Seite von Botox, auf Nebenwirkungen, gar nicht ein.
Auch das Thema Diät fehlt nicht. 
Immernoch? Ernsthaft? 
Also ich habe selbst auch Übergewicht, kenne die Hoch und Tiefs. Aber ich dachte, das muss doch jetzt echt nicht sein, 15 Jahre darüber zu lamentieren.
Auch das Kapitel “Der Mann und die Midlife-Crisis” finde ich zu Einseitig dargestellt. Natürlich zu Lasten des Mannes. 
Ich kann ihre Klagen einfach nicht ernst nehmen, wenn sie nur eine Seite der Medaille darstellt. 
Interessant fand ich das Thema Sex im Alter. Die Frau leidet an Scheidentrockenheit und der Mann darunter, überhaupt zu können. Denn bei ihm sinkt auch das Testosteron. 
Richtig witzig fand ich das Kapitel zur Partnersuche übers Internet. Hier beschreibt sie ihre zum Teil echt schrägen Erfahrungen. Und hier fehlt auch im Humor nicht die tiefere Analyse der Situation, die ich sonst oft vermisst habe. 
Fazit: 
Vorhin habe ich mir ein Interview auf YouTube mit ihr angesehen und sie sagte (zu ihrem da gerade erschienenen Buch “Und ewig grüßt das Moppel-Ich”): “Darüber musste ich mich mal auslassen.” Genau das trifft auch hier zu. Sie lässt sich halt mal aus.
Leider merkt man Fröhlich ihr Alter an ihren Büchern nicht an. 
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