[Rez] White Zone – Letzte Chance

[Rez] White Zone – Letzte Chance

28. August 2017 10 Von Petrissa
Autor: Katja Brandis
Verlag: Beltz&Gelberg
Seiten: 464
ISBN-10: 3407821948
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 – 16 Jahre

Wir schreiben das Jahr 2030.
6 vorbestrafe Jugendliche bekommen ihre letzte Chance. 
Sie fahren mit einem Betreuer in die Antarktis und kommen in einer abgewrackten Forschungsstation unter. Doch da sind sie unerwünscht. Jemand hinterlässt nachts eine Botschaft, dass sie wieder abhauen sollen und bald bleibt es nicht mehr bei an die Tafel geschriebenen Sätzen.
Die russische Forschungsstation liegt in der Nähe und eines Tages bekommen sie Besuch von den Russen, die auf der Suche nach einem Ersatzteil sind.
Man versteht sich gut und verabredet einen Gegenbesuch. 
Crash, die so heißt, weil sie Autos klaut und mit denen gegen die Wand fährt, versteht sich besonders gut mit einem aus der russischen Forschungsstation. Noch nie hat jemand sie so ernst genommen und mit Achtung behandelt wie Arvid. 
Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und die Jugendlichen selbst manövriert sich in eine Katastrophe hinein.
Am Ende gibt es ein Glossar, wo Begriffe rund um die Antarktis und die Forschungstationen erklärt werden. 

 Die Sprache ist einfach, weshalb ich den Roman am Anfang etwas unterschätzt habe. 
Man denkt, man weiß, worauf es hinaus läuft und wie es ausgeht. Doch dann kommt alles ganz anders. 
Die Spannung fängt langsam an und steigert sich immer weiter. Das Ende fand ich sehr gelungen. 
Crash ist die Hauptprotagonistin und überwiegend wird der Roman aus ihrer Sicht erzählt. Hin und wieder wird auch mal kurz zu der Sicht einer andere Person gewechselt. 
Crash war mir total sympathisch und ich hätte ihr gerne Mut zugesprochen. 
“”Etwas verloren blickte er auf die weiße Landschaft, die unsere Station umgibt, und gluckert dabei Wasser aus seiner Alu-Flasche mit Plastikaufsatz. “Trink besser auch was”, sagte er und reicht sie mir. “Das hier ist`ne Wüste. Martin hat gesagt, die Luftfeuchtigkeit ist fast null Prozent, jedes Mal,m wenn du ausatmest, verlierst du Wasser.”
Es ist noch viel schlimmer. Jedes Mal wenn ich ausatme, verliere ich ein Stückchen Hoffnung.”
Crash war für mich nicht der einzige Sympathieträger. Kaya, eine andere Jugendliche, die vom Leben echt gebeutelt war, mochte ich ebenfalls sehr und Arvid aus der russischen Forschungsstation. 
Ganz leise, ganz nebenbei, erfährt man auch darüber etwas, wie sich Traumatisierungen auswirken. Das hat mir gut gefallen. 
“Es tut mir entsetzlich leid”, sagte Martin zu Jegor. “Wir ersetzen euch den Schaden… So was hätte nicht passieren dürfen… es tut mir wirklich leid…”
“Was war da? Mädchen ist kaputt hier, da?”, fragte Nikolai außer Atem und tippt sich mit dem Finger an die Stirn.
“Sie hatte einen Flashback”, erklärte Dattel nüchtern und streicht sich eine schwarze Haarsträhne aus der Stirn. “Wahrscheinlich waren das zu viele neue Sachen und Leute oder so, und dann hat irgendwas sie an früher erinnert, an ihre leibliche Mutter wahrscheinlich, die sie echt krass misshandelt hat, und…”
Und das es eben auch einen Grund hat, warum Jugendliche strafällig werden.
Von mir bekommt das Buch 
4,5 ♥ 
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