Rezension: Das Gold der Krähen| Leigh Bardugo

Rezension: Das Gold der Krähen| Leigh Bardugo

20. Januar 2019 4 Von Petrissa

Band 2

Rezension Band 1

 

 

Six of Crowns (2)

Das Gold der Krähen

Autorin: Leigh Bardugo

Verlag: Knaur (Sep.’18)

ISBN-10: 3426654490

Seiten: 592



Inhalt:

Nachdem Kaz mit seinen Krähen von dem von dem spektakulärem Coup zurück kamen, erwartete sie ein schlimmer Verrat. Obendrein geriet Inej in Gefangenschaft.

Dadurch lernen wir nun Kaz von seiner schlimmsten Seite kennen. Kein Deal ist ihm zu schmutzig, kein Risiko zu hoch, um Inej zu befreien und sich an seinen Verrätern zu rechen. Nun wird wirklich deutlich, dass er nicht umsonst “Dirtyhands” genannt wird.

Meine Meinung:

Der erste Band hat mich schon total umgehaun und diesen finde ich, unterm Strich, noch besser.

Der Anfang ist nicht ganz so gut wie erwartet. Obwohl die Gefangenschaft von Inej ja jede Menge Spannung bereit hält, war diese nicht so fühlbar, dass man das Buch nicht aus der Hand legen mochte.

 

Das Buch hat drei inhaltliche Abschnitte. Der erste war hier eindeutig der schwächste. Abschnitt zwei war wesentlich besser und von der Spannung sehr hoch. Abschnitt drei hat alles getopt. Es gab eine Szene in Abschnitt drei, die mir so sehr den Atem geraubt hat, dass ich tatsächlich das Ende aufschlagen musste, weil ich die Spannung nicht ausgehalten habe. Und ich schau eigentlich nie in das Ende rein.

 

Obwohl ich Kaz in Band 1 so sehr liebte, war er mir hier zwischen durch unsympathisch. Er hat sein Herz zu gemacht.

Doch man erfährt nochmal mehr aus seiner Vergangenheit und wie sehr er immer noch unter den tragischen Umständen mit seinem Bruder leidet. Das macht sein ganzes Verhalten verständlich.

“Er war nicht Dirtyhands oder Kaz Brekker oder auch nur der knallharte Leutnant der Dregs. Er war nur ein Junge, der von einer weißen Flamme des Zorns getrieben wurde, die drohte, den Anschein mühsam errungenern Anstandes, den er zur Schau trug, zu Asche zu verbrennen.”

Ich finde, neben dem gekonnten Aufbau der Spannung, ist das mit das Beste an dem Zweiteiler. Wie Bardugo die Helden die abscheulichsten Sachen tun lässt und einem nachvollziehbar erklärt, warum sie so sind, wie sie sind. So, dass am Ende das Mitgefühl doch wieder bei den Protagonisten ist.

Ich erinner mich nicht, dass ich das so schon mal gelesen hätte.

 

Auch von allen anderen aus der Bande erfährt man mehr aus der Vergangenheit und wie sehr diese sie heute noch beeinflusst und leiden lässt. Hier hat mir besonders Inejs Schicksal den Atem genommen.

Die schönsten Fortschritte haben für mich Wylan und Jesper gemacht.

 

Bardugos Beschreibungen der Stadt Ketterdam sind so eindrücklich, dass man vergisst, dass man gar nicht selber dort ist. Man sieht die Schatten, die Pflastersteine vor sich und bewegt sich selber leise mit den Krähen durch die Stadt.

Diversität:

Was ich an der Geschichte auch so mag, dass Bardugo zeigt, welche Auswirkungen Rassismus hat, ohne dass sie es direkt bennent. So werden die Grischas gejagt und als Sklaven gehalten oder getötet, weil ihre Macht, sich die Elemente zu Nutzen zu machen, anderen Angst einjagt. Kinder aus einem bestimmten Volk werden entführt und in ein Bordell gesteckt.

Aber sie sagt das nie auf diese direkte Art.

 

In diesem Band spielt auch Homosexualität eine Rolle und das auch wieder auf einer ganz zarten Weise.

 

Fazit:

Eine großartige Dilogie!

Ich hoffe sehr, dass wir noch viel von Leigh Bardugo lesen dürfen und ihre Grischa Bücher nochmal neu aufgelegt werden!

 

5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

“Die Heiligen hören Gebete, wo auch immer sie gesprochen werden.”
“Und sie antworten darauf ihren Launen gemäß?”
“Was man will und was die Welt braucht, steht nicht immer in Einklang, Kaz. Beten und Wünschen ist nicht das Gleiche.”
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