Rezension: Das Lied der Krähen

Rezension: Das Lied der Krähen

25. August 2018 9 Von Petrissa

Das Lied der Krähen

Band 1 von 2

Autorin: Leigh Bardugo

Verlag: Knaur

ISBN: 3426654431

Seiten: 585

Inhalt:

Ketterdam ist eine Stadt wie jede, die vor etwa 100 – 150 Jahren existierte.

Diebe, Spione, Sklavenhändler und Grischas, wie hier die Magier heißen.

Und dann gibt es noch Kaz. Kaz Brekker oder Dirtyhands, wie er auch genannt wird, weil kein Auftrag ihm zu schmutzig ist.

Er hat sich hochgearbeitet zum Meisterdieb, ist der Stratege schlecht hin. Immer den anderen einen Schritt voraus.


Kaz bekommt einen richtig dicken Auftrag – der unmöglich zu schaffen ist.

Allerdings würde er daran auch unmöglich viel Geld verdienen. Also sagt er zu. Alleine kann er diesen Auftrag nicht bewerkstelligen und so scharrt er eine kleine Gruppe Außenseiter um sich.


Ein Dieb mit der Begabung, aus jeder Falle zu entkommen.

Eine Spionin, die nur „das Phantom“ genannt wird.

Ein Verurteilter mit einem unstillbaren Verlangen nach Rache.

Eine Magierin, die ihre Kräfte nutzt, um in den Slums zu überleben.

Einen Scharfschützen, der keiner Wette widerstehen kann.

Ein Ausreißer aus gutem Hause mit einem Händchen für Sprengstoff.“

Alle haben ihr Paket zu tragen, alle haben schwierige Vergangenheit, sonst
wären sie nicht in der Gruppe dabei. Sonst würden sie dieses wahnsinnige Risiko nicht eingehen.


Am Anfang und am Ende gibt es tolle Übersichtskarten.


Meine Meinung:

Großartig!


Mir war zwar lange nicht klar, um was es ging. Ich hatte keine Ahnung, was Grischas sind und kannte auch ein paar andere Wörter nicht. Doch es machte mir überhaupt nichts aus. Ich war von Anfang an in den Bann gezogen, konnte nicht aufhören zu lesen.


Obwohl Kaz total skrupellos ist, mochte ich ihn wirklich sehr gerne, ebenso wie „das Phantom“, die so genannt wurde, weil sie im Schatten so untertauchen konnte, dass niemand sie sah.

Mir imponierte die Weitsicht von Kaz, und das er Wege dachte, wo andere nichts sahen. Auch ich dachte oft: Da geht es jetzt nicht weiter. Doch Kaz fand immer einen Weg. Einen Weg, auf den ich nie im Leben gekommen wäre. Das war fantastisch und bereichernd. Zeigt es doch deutlich: Es gibt immer einen Weg! Auch wenn man selbst ihn nicht sehen kann.


Überhaupt fand ich das Buch sehr tiefgründig und es hat mir große Freude bereitet, die Erfahrung zu machen, dies in einem High-Fantasy Roman zu finden.

Inje hatte ihm einmal angeboten, ihm beizubringen, wie man fiel.

Der Trick ist, sich nicht niederschlagen zu lassen“, hatte er gescherzt.

Nein, Kaz“, sagte sie dann, „der Trick ist, wieder aufzustehen.““

Mir gefiel sehr, wie die Figuren im Laufe der Geschichte immer mehr Gestalt annahmen. Wie man sie und ihre Vergangenheit kennen lernte und so auch ihr Verhalten verstehen konnte. Selbst Kaz lag gegen Ende „nackig“ vor einem.

Jeder hat sein eigens Motiv für diesen aussichtslosen Auftrag.


Es gibt Menschen in dem Buch, „Drüsekelle“, die Grischas verfolgen, um sie zu töten, weil deren Andersartigkeit ihnen Angst macht.

[A] wurde still, und als er sprach, war er gefangen zwischen der Scham über das, was er sagen würde,

und dem Drang, die Worte sagen zu müssen, die Worte, mit denen er großgezogen worden war, die Worte,
die für ihn immer noch richtig klangen.

[B], ist es dir jemals in den Sinn gekommen, dass es euch vielleicht …
nicht bestimmt ist zu existieren?“„

Ich fand den Konflikt zwischen [A] und [B] nicht immer leicht auszuhalten, erinnerte er mich doch zu sehr an das Rassismusproblem in Deutschland (/in der Welt). Und gleichzeitig fand ich es von der Autorin genial, diesen Konflikt auf eine andere Ebene zu heben. So dass eigentlich jeder nachvollziehen können sollte, was die Motivation von [A] ist und warum [B] sehr wohl ein Recht auf ein normales, gutes und freies Leben hat.


Ich war seltenst so traurig, als ein Buch zu Ende war. Ich konnte 3 Tage kein anderes Buch anfassen, weil ich mich nicht von Kaz trennen wollte. (Und es vergeht sonst kein Tag, an dem ich nicht mind. 2 Stunden lese.) Ich hätte am liebsten den Verlag (liebevoll) geschüttelt: Bitte, bitte, macht was, dass es weiter geht! Bietet der Autorin so viel Geld, dass sie nicht Nein sagen kann. 🙂

Ich habe mir so viele tolle Zitate markiert. Zwei muss ich Euch auf jeden Fall noch nennen.

Die Fjerdan glauben, die ganze Welt ist durch ihre Gewässer verbunden – die Meere, das Eis, die Flüsse und Ströme, den Regen und die Stürme. Alle speisen Djel [die Göttin], und sie wiederum werden von Djel gespeist. Wenn wir sterben, nennen wie es felöt-objer, Wurzeln schlagen. Wir werden wie die Wurzeln der Esche, trinken von Djel, wo auch immer wir liegen.“

Viele Jungen werden die Blumen bringen. Aber eines Tages wirst du einen Jungen kennen lernen, der deine Lieblingsblume in Erfahrung bringen wird, dein Lieblingslied, deine liebste Süßigkeit. Und selbst wenn er zu arm ist, um dir etwas davon zu schenken, so wird das ohne Bedeutung sein, den er hat sich die Zeit genommen, dich kennen zu lernen, wie dich sonst niemand kennt. Nur dieser Junge verdient dein Herz.“


Fazit

Es macht mich jetzt schon traurig, dass es nur eine Diologie ist.

 Ehrlich, ich hätte von Kaz und seinen Leuten gerne zehn Bände.

Auf jeden Fall werde ich mir gleich die anderen Bücher die Autorin besorgen.


Absolute Kaufempfehlung!

Wenn es schon keine zehn Bände gibt, dann verteile ich hier ausnahmsweise mal 10 ♥ . 



Die Fortsetzung erschient am 03.09.2018.

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