[Rezension] Das Mädchen mit dem Stahlkorsett

[Rezension] Das Mädchen mit dem Stahlkorsett

31. Oktober 2017 4 Von Petrissa

Das Mädchen mit dem Stahlkorsett

Autorin: Kady Cross
Genre: Steampunk
Verlag: heyne
ISBN-10: 3453314646

Seiten: 464

Finley lebt im viktorianischen London, 1897. 
Sie hat übermenschliche Kräfte und kann locker einen Mann durch die Luft werfen. 
Diese Kräfte treten immer dann auf, wenn sie sich selbst bedroht fühlt und wütend ist. Ihr selbst macht das unheimliche Angst. Sie will kein Monster sein. 
Zufällig begegnet sie einer Gruppe, der übermenschliche Kräfte nicht fremd sind. Jeder hat andere Begabungen. Sie alle verbindet ein Geheimnis, dass sie im Laufe des Buches entdecken. 
Dazu haben sie ein ernstes Problem. Jemand scheint auf Königin Victoria einen Anschlag verüben zu wollen. Er baut Roboter, die Menschen angreifen und es verschwinden Gegenstände aus Museen, die zwar keinen materiellen Wert haben, aber alle etwas mit Königin Victoria zu tun haben. 


Was ist Steampunk?
Steampunk (von engl. steam „Dampf“ und am. punk „mies“, „wertlos“, verselbständigt „Punk“) ist ein Phänomen, das als literarische Strömung erstmals in den 1980ern auftrat und sich zu einem Kunstgenre, einer kulturellen Bewegung, einem Stil und einer Subkultur entwickelt hat. Dabei werden einerseits moderne und futuristische technische Funktionen mit Mitteln und Materialien des viktorianischen Zeitalters verknüpft, wodurch ein deutlicher Retro-Look
der Technik entsteht. Andererseits wird das viktorianische Zeitalter
bezüglich der Mode und Kultur idealisiert wiedergegeben. Steampunk fällt
damit in den Bereich des sogenannten Retro-Futurismus, also einer Sicht auf die Zukunft, wie sie in früheren Zeiten entstanden sein könnte. (Zitat Wikipedia)
Es war mein erstes Steampunk Buch und ich bin begeistert! 
Endlich kann ich mir richtig was darunter vorstellen. Es gibt Technik, die es heute auch gibt, wie z.B. die U-Bahn. Als Handy dient ein kleines Telegrafiegerät. Dann gibt es Technik, an denen unsere Wissenschaftler noch arbeiten, wie eine Hand als Prothese so zu ersetzen, dass sie so feinmotorisch funktioniert, wie eine richtige Hand. 
Und es gibt Technik, die auch für uns heute futuristisch ist. 
Am Anfang hat es ein bisschen gedauert, um reinzukommen, weil das alles für mich so neu war. Aber diese Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart/Zukunft hat mich sehr schnell fasziniert. 
Ich hatte erst Sorge, dass es auf Dr. Jekyll und Mr. Hyde hinaus läuft, was Finley anfangs selbst befürchtet. Eine multiple Persönlichkeitsstörung (oder wie es heute heißt: Dissoziative Identitätsstörung) ist eine ernste Erkrankung und ich kann es nicht leiden, dass auf diese literarische Art auszuschlachten.
Doch die Lösung ihrer übermenschlichen Kräfte gefällt mir. 
Und natürlich haben wir alle einen hellen und einen dunklen Teil in uns. 
Dass es nie nur eine Seite der Medaille gibt, zeigt das Buch an vielen unterschiedlichen Stellen auf. 
Die unterschiedlichsten Gefühlsregungen, die im Miteinander entstehen, werden hier schön ausgearbeitet. Freundschaft, Liebe, Wut, Hass, Eifersucht.
Zu Erwähnen ist noch, dass fast alle Protagonisten Jugendliche oder junge Erwachsene sind. Cira im Alter von 16 bis 20 Jahren. 
Einziger Kritikpunkt ist der Kampf am Ende der Geschichte. Der ist doch etwas zu simpel geschildert worden und geht unrealistisch schnell zu Ende. 
Da kämpft A gegen B, während C scheinbar daneben steht. 
Als der Kampf A gegen B zu Ende ist, fängt der Kampf C gegen D an. 
4,5 ♥
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