Rezension: Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O

Rezension: Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O

14. Mai 2019 6 Von Petrissa

Inhaltsangabe:

D.O.D.O. – das Department of Diachronic Operations – ist eine Geheimorganisation der amerikanischen Regierung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, mittels Zeitreise die Magie in unsere Welt zurückzuholen. Denn selbst wenn Zauberei in der Gegenwart nur noch Stoff für Märchen und Mythen sein mag, so war sie doch real, bis sie im Jahr 1851 durch ein schicksalhaftes Ereignis für immer verschwand. Tatsächlich gelingt es, in die Vergangenheit zu reisen. Doch es ist ein riskantes Unterfangen mit ungewissem Ausgang, da niemand zu sagen vermag, welche Zukunft die Zeitreisenden bei ihrer Rückkehr erwarten wird …

Meine Meinung:

Selten fand ich ein Buch so grandios und furchtbar zu gleich.

 

Das Buch wird aus mehreren Perspektiven erzählt.

Den größten Raum nimmt Melisande Stokes ein, eine der ersten Mitarbeiterinnen des D.O.D.O.s, die nun im Jahre 1851 in London festsitzt. Von da aus schreibt sie ihre Diachronik über D.O.D.O..

 

In der heutigen Zeit arbeitet sie als Linguistin und wird aus diesem Grund von Tristan für D.O.D.O. angeheuert. Das ganze Projekt unterliegt natürlich allerhöchster Geheimhaltung. Mel soll alte Bücher übersetzen und nach Hinweisen auf Magie suchen. Sie und Tristan erfahren: Magie gab es wirklich! Bis 1851 war Magie völlig normal in unsere Welt. Doch dann geschah etwas, dass die Magie zerstört hat. Nun versuchen sie alles, um ein Gerät zu bauen, mit dem Zeitreisen möglich werden und sie so die Magie wieder zurück holen können.

Unterstürzung bekommen sie dafür von Dr. Oder und seiner Frau Rebecca.

 

Wissenschaft und Magie

Das Verschwinden der Magie wird an Hand von Wissenschaft erklärt und es klingt so dermaßen glaubhaft! Ich war völlig fasziniert. Auch ansonsten gibt es immer wieder physikalische Erklärungen, die aber wirklich auf ganz einfachem Niveau erklärt werden. Dieser Teil hat mir wirklich ganz großen Spaß gemacht.

Auch ihre Erzählungen, von den ersten Reisen in die Vergangenheit waren sehr gut durchdacht.

Man gerät so manches Mal ins Nachdenken, wie Geschichte funktioniert und wie wir sie gestalten.

Natürlich kamen mit der Zeit mehr Leute zu dem Projekt dazu und auch die Chefs schalteten sich öfter ein. Und jeder hatte andere Interessen, warum die Magie zurück kommen sollte. Wie immer, wenn eine Regierung mit drinnen hängt, geht es natürlich und politische Macht und Geld. Das führte zu ordentlich Konfliktstoff.

Die Protagonisten waren alle sehr verschieden. Ich mochte Mel und Rebecca am Liebsten und so manches, was am Anfang beziehungsmäßig unverständlich war, löst sich gegen Ende auf. Die Erklärung mit Erszebet fand ich im Übrigen einen ziemlichen Clou!

Was mir nicht gefallen hat

Als das ganze Unternehmen richtig los ging und viele Mitarbeiter eingestellt werden, wurden immer wieder Protokolle, Einsatzberichte und Abschriften wieder gegeben, die sich oft in endloser Auflistung von Dingen oder Personen verloren. Personalakten, Gesprächsprotokolle… , auf die Sekunde genau.

Das fand ich echt furchtbar. Im dritten Abschnitt des Buches ging es fast nur darum.

Ich war nahe dran, das Buch abzubrechen. Wenn es nicht vorher so genial gewesen wäre!

 

Ein andere negativer Punkt für mich war, dass Mel sich gegen Ende bei ihren schriftlichen Aufzeichnung im Jahre 1851 ständig verbesserte.

Sie beschreibt etwas umgangssprachlich, dann kommt „Nein“ und sie verbessert es in Schriftdeutsch. Hat mich das genervt.

Fazit:

So genervt ich von dem Buch war, so begeistert war ich auch. Unterm Strich kann ich sagen, für die großartigen Stellen hat es sich gelohnt, die furchtbaren Szenen auszuhalten.

 

4 ♥ ♥ ♥ ♥

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