Rezension: Der Bücherdrache |Walter Moers

Rezension: Der Bücherdrache |Walter Moers

17. Mai 2019 5 Von Petrissa

Inhalt:

Hildegunst von Mythenmetz hat einen Traum. Er wird in ein Buch verschleppt, in dem er den Buchling Hildegunst begegnet. Dieser möchte Hildegunst eine Geschichte schenken, als Dank, für all seine wunderbaren Bücher.

 

Die Geschichte selbst handelt von dem Bücherdrachen. Ist er Mythos oder existiert er wirklich? Tief unten in den Katakomben soll er wohnen und sich in all den ormgetränkten Büchern gewälzt haben, bis die Folianten wörtlich zu seiner zweiten Haut wurden. All das Orm soll in in seinen Blutkreislauf gedrungen sein, so dass er nun das klügste aller Wesen sein soll.

 

Für alle, die „Die Stadt der träumenden Bücher“ noch nicht kennen: Das Orm ist eine kreative Kraft, die sich jeder Dichter wünscht. Dichter die das Orm haben, schreiben mit der absoluten Grandiosität. Oder, wie ein anderes Wesen aus „Die Stadt der träumenden Bücher“ mal sagte: Mit dem Alphabet der Sterne.

 

Jedenfalls bekommen die kleinen Buchlinge in der Schule gelehrt, dass dies alles eine Legende ist.

Der kleine Buchling Hildegunst macht sich, nicht ganz freiwillig, auf den Weg in die Katakomben, um nach dem Bücherdrachen zu suchen.

Dabei gerät er in ein großes Abenteuer.

Darstellung der Geschichte:

Die Geschichte fängt mit einem Comic an. Der Teil, in dem Hildegunst in ein Buch gezogen wird und er den kleinen Buchling trifft, sind in Zeichnungen dargestellt.

Die Geschichte selbst ist nur 164 Seiten lang. Die letzten 20 Seiten bestehen aus einer Leseprobe zu dem neuen Roman von Walter Moers „Die Insel der 1000 Leuchttürme“.

Meine Meinung:

Die Geschichte an sich, die Abenteuer, die dem kleine Buchling in den Katakomben widerfahren, haben mir sehr gut gefallen.

Ich fand sie sehr spannend und Moers Spielereien mit den Worten war wieder toll, auch wenn sie in der Intensität leider nicht an Moers Meisterwerke heran kommen.

Die 164 Seiten sind auch einfach sehr kurz. Die eigentliche Geschichte fängt erst auf Seite 19 an und hört auf Seite 162 auf. Macht 143 Seiten, von denen einige natürlich auch noch mit den wunderbaren Zeichnungen versehen sind.

„Wörter ballten sich zu Sätzen. Sätze zu Absätzen, Absätze zu Kapiteln. Buchstaben wurden zu Geschichten, zu Gestalten, zu Schicksalen, zu Landschaften, zu Kontinenten. Zu Chroniken von Familienfehden und Schlachten.“

Die Darstellung mit dem Traum hat mir gar nicht gefallen. Ich fand es überflüssig.

Und was mich genervt hat, dass Hildegunst den Buchling ständig in seinen Erzählungen unterbrochen hat.

Da war man richtig in der Geschichte drin und wurde durch einen doofen Kommentar von Hildegunst wieder heraus gerissen. Es war so, als ob jemand einen ständig beim Lesen unterbrechen würde.

Gestaltung:

Die Gestaltung des Buches ist absolut hochwertig.

Das Cover hat leichte Rillen, so dass es einem die Illusion vermittelt, über eine raue Drachenhaut zu streichen. Die Seiten sind dick und es ist haptisch ein Genuss, das Buch anzufassen. Moers Zeichnungen sind ein Kunstwerk für sich.

 

Ganze Universitätsbibliotheken samt Mobiliar schienen hierher geschwemmt worden zu sein, die Regale manchmal völlig zertrümmert, manchmal erstaunlich gut erhalten. Dreieckige und fünfeckige Bücher gab es da, sogar sternförmige und runde! Rares Zeug aus versunkenen Kulturen, von längst vergessenen Völkern.

Fazit:

Für sich genommen eine wunderbare, kleine Geschichte, die man aber nicht mit Moers großen Werken vergleichen darf bzw. sollte.

 

4 ♥ ♥ ♥ ♥

Ich bedanke mich herzlich bei dem Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

Der Bücherdrache

Autor: Walter Moers

Verlag: Penguin (März.’2019)

ISBN-10: 3328600647

Seiten: 192

 


Weitere Rezensionen:

++ Nicole Rensmann

+ Glitastic Books

– – mind the book

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