[Rezension] Der goldene Kompass

[Rezension] Der goldene Kompass

29. Januar 2018 10 Von Petrissa
Der goldene Kompass
(Filmausgabe)
Autor: Philip Pullman
Verlag: Heyne (01.10.07) *
ISBN-10: 3453503074
Seiten: 416
Alter: 12-15 Jahre
Teil 1 (von 3 )

Die 11-jährige Lyra lebt im Oxford College. Hin und wieder bekommt sie Besuch von ihrem Onkel Lord Asriel, der Forscher ist. Sie belauscht ihren Onkel und die Wissenschaftler, als ihr Onkel ihnen Bilder von seinen Forschungen zum Thema “Staub” zeigt. Es ist kein normaler Staub, aber um was es sich genau handelt, bleibt Lyra unklar. Doch sie ist beeindruckt von dem, was sie belauscht hat und möchte zu gerne mit ihrem Onkel in den Norden reisen.
Zeitgleich verschwinden Kinder in ganz Britannien spurlos. 
Sie werden von den “Gobblers” entführt, flüstert man sich auf der Straße zu. Doch wer genau die Gobblers eigentlich sind, weiß niemand.
Als die wunderschöne und intelligente Mrs Coulter im College auftaucht und sich Lyra annimmt, ist das Mädchen fasziniert. Von Mrs Coulter bekommt sie, was die alten Wissenschaftler ihr nicht geben konnten. 
Mit Mrs Coulter beginnt für Lyra ein aufregendes und gefährliches Abenteuer. 
Ich habe ja zu erst “Über den wilden Fluss” gelesen, in dem es um die Geschichte geht, wie Lyra ins Oxford College kam, auch wenn das Buch nach der Trilogie geschrieben wurde…. und war von “Der goldene Kompass” erstmal enttäuscht. Malcom aus “Über den wilden Fluss” war so ein hilfsbereiter und sympathischer Junge, was ich von Lyra nicht gerade sagen kann. Sie ist eigenwillig und frech, selbst zu ihrem Dæmon und will beim Spielen auf der Straße immer der Boss sein. 
Die Welt, in der Lyra lebt, ähnelt unsere Welt im viktorianischen Zeitalter sehr.
Ein großer Unterschied ist, dass die Menschen dort Dæmonen haben. Nicht ein Dämon im Sinne vom Teufel, sondern ein Seelentier, etwas sehr Positives. 
Dæmon und Mensch sind stark miteinander verbunden, können sich auch nicht weit voneinander entfernen, ohne große Schmerzen zu erleiden. Sie wissen, was der andere denkt und fühlt. Diese Vorstellung mag ich sehr, aber es hat mich nicht so berührt, wie bei “Über den wilden Fluss”. 
Bei Kindern wechselt der Dæmon ständig seine Gestalt, aber wenn man erwachsen wird, hat der Dæmon einen festen Tierkörper.  
” “Man weiß, was für ein Mensch man ist. Schau dir die alte Belisaria an. Sie ist eine Möwe und das bedeutet, auch ich bin eine Art Möwe. Ich bin nicht schön oder sonstwie außergewöhnlich, aber ich bin ein zäher alter Kerl, der überall Freunde und was zum Beißen findet. So etwas ist gut zu wissen. Wenn dein Dæmon seine endgültige Gestalt annimmt, weißt du, zu welcher Sorte Mensch du gehörtst.”
“Aber wenn er eine Gestalt annimmt, die ich nicht mag?”
“Tja, dann bist du natürlich unzufrieden. Was glaubst du, wieviel Leute sich einen Löwen als Dæmon wünschen und schließlich einen Pudel bekommen. Sie ärgern sich, bis sie lernen, sich mit dem zufriedenzugeben, was sie sind. Da ist aller Ärger umsonst.” ”
Dennoch ist die Geschichte sehr temporeich und spannend erzählt und sie hat viele Wendungen. 
Auch wenn mir die Lösungen zu manchen Problemen doch etwas zu konstruiert schienen, konnte ich es hinnehmen, weil die Vielfalt in der Geschichte doch sehr beeindruckend ist.
Ich liebe ja Eisbären und daher war ich besonders von den Panserbjørne beeindruckt, den gepanzerten Bären, auch wenn sie in der Geschichte nicht besonders gut wegkommen. Die Kirche bekommt hier übrigens auch ordentlich ihr Fett weg. Aber die Analogie, wie die Kirche in unsere Welt oft herrscht und handelt, ist schon sehr passend. 
Auch wenn mir Lyra nicht so sympathisch war, es war auf jeden Fall sehr spannend und gerade im letzten Drittel konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen. 
4,5 ♥
“Lyra staunte, was Hoffnung alles bewirkt.”
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