Rezension: Der letzte seiner Art

Rezension: Der letzte seiner Art

30. September 2018 5 Von Petrissa

Der letzte seiner Art

Autor: Andreas Eschbach

Verlag: Bastei Lübbe (2005)

ISBN: 3404153057

Seiten: 352

Inhalt:

Das US-Militär wollte aus Duane Fitzgerald und seinen Mitstreitern, durch diverse operative Eingriffe, den unbesiegbaren Soldaten machen. Sie sollten die Helden der Nation werden. Doch das militärische Experiment ging schief. Nun ist Duane ein Invalide.


Um nicht unter ständiger Beaufsichtigung des US-Militärs zu sein, ging er in das Land seiner Vorfahren – nach Irland. Hier lebt er in einem kleinen Fischerdorf. Wegbewegen kann er sich nicht, denn alle vier Tage bekommt er eine für ihn lebensnotwendige Sendung vom Militär.

So ist er frei und doch gefangen.


Natürlich darf er mit niemanden darüber reden, wer er ist. Oder besser: Was er ist.

Doch eines Tages taucht in dem stillen Dorf jemand auf, der alles zu wissen scheint.

Und plötzlich häufen sich die Toten und die, die hinter Duane her sind.

Meine Meinung:

Mein erster Thriller von Andreas Eschbach und er hat mir sehr gut gefallen.

Es ist ein eher ruhiger Thriller, doch genau das mag ich ja.


Eingefleischte Thriller-Fans, die jede Menge Action erwarten, könnten hier enttäuscht werden.


Duane selbst ist ein ruhiger Zeitgenosse und seine körperlichen Beeinträchtigungen, so wie das beschauliche Fischerdorf tun das ihre dazu.

Manchmal fragte ich mich schon, wo denn der Elitesoldat in Duane steckt.

Nur eine Szene lässt erahnen, was aus Duane hätte werden können, wenn das Experiment geglückt wäre. Es gibt zwar alles, was man für jede Menge Action braucht, doch das die ausbleibt ist, wenn man es bis zum konsequenten Ende durchdenkt, nur logisch.


Duane ist ein sehr sympathischer Mann, einfühlsam, eher schüchtern.

Im Laufe der Geschichte rückt das menschliche Drama in den Vordergrund, dass ihn und seine Kameraden getroffen hat.

Reilly saß schweigend da, fuhr sich mit der Hand durchs Haar, sah kurz zu mir her und schaute wieder weg, ins Leere, hörte gar nicht auf, sich mit der Hand durchs Haar zu fahren.

Es war ein ganz und gar entsetzlicher Augenblick. Es war der Augenblick, der mich ahnen ließ, dass die Wahrheit noch viel schrecklicher sein würde als alles, was meine Fantasie auszumalen imstande war.“

Eine ganz vorsichtige Romance wird angedeutet und diese Zartheit passt gut zu Duane und dem Rest.


Die Worte „Zartheit“ und „Thriller“ in ein und derselben Rezension zu schreiben, ist vermutlich seltsam. Und macht deutlich, dass Ihr mehr Roman als Thriller erwarten dürft.


Manches bleibt unklar und manches hätte ich mir anders gewünscht. Und trotz der Unzufriedenheit, die es bei mir hinter lässt, finde ich es in sich stimmig, dass es so passiert, wie es passiert.


Fazit:

Ein Soft-Thriller, in dem es mehr um das menschliche Drama geht und auf den ersten Blick nicht immer alles so logisch erscheint. In meinen Augen, auf den zweiten Blick aber ist.


4,5 Sterne


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