Rezension: Der magische Blumenladen | Gina Mayer

Rezension: Der magische Blumenladen | Gina Mayer

7. Dezember 2018 0 Von Petrissa

Ich war mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob mir das Buch zu kindlich ist. Doch ich brauchte es für die ABC Challenge. (Endlich einen Namen mit V gefunden, nachdem ich die halbe Bücherei auf den Kopf gestellt hatte und in meiner Not schon zu einer Biografie von Virginia Woolf greifen wollte.)

Doch meine Sorgen waren unbegründet. Ganz im Gegenteil…..

Inhalt:

Violets Tante hat einen Blumenladen und nicht nur irgendeinen! Es ist ein magischer Blumenladen!

Davon weiß Violet am Anfang noch nichts. Sie ist einfach nur total neugierig, was es mit dieser merkwürdigen Kundin auf sich hat, bei der Violets Tante sie aus dem Zimmer schickt. Und was bedeutet das Wort Pimpernell, welches die Kundin gesagt hat, ihre Tante aber fest und steif behauptet, Violet habe sich verhört.

Violet sieht ihre Chance gekommen, als ihre Tante kurzfristig verreisen muss und sie Violet bittet, die Tiere zu füttern. Mit ihren Freunden Zack und Jack will sie das Geheimnis lüften. Dabei finden sie ein magisches Blumenbuch … und richten ein ordentliches Durcheinander an.

Reflektion:

Ich war ja so entzückt! Anders kann ich es gar nicht beschreiben! Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen und mich geärgert, dass ich nicht gleich die Folgebände mit ausgeliehen habe.

Es ist so liebevoll geschrieben, dass auch mir als Erwachsene die Kinderseele aufgeht. Alle wichtigen Figuren sind in dem Buch so grundsympathisch. Und dabei ist nicht alles eitel Sonnenschein. Violet hat z.B. Adoptiveltern.

Ihre Freundin Jack (Jacqueline) findet Mädchensachen total doof. Sie spielt lieber Fußball, während ihr Zwillingsbruder Zack total gerne im Kaufladen spielt.

Diese Diversität finde ich in Kinderbüchern sehr wichtig.


Es gibt noch die Tiere Lord Nelson, den Kater, der magische Fähigkeiten zu haben scheint und Lady Madonna, der Wellensittich, der sprechen kann. Zwar nicht so wie wir Menschen, aber doch weit mehr, als ein normaler Wellensittich.

 

„Hallo Nelson.“ Sie streckte die Hand aus, um den Kater zu streicheln, aber er duckte sich unter ihren Fingern weg und verschwand nach oben. Nicht weil er scheu oder ängstlich war. Lord Nelson bestimmte selbst, wann man ihn streicheln durfte, und jetzt hatte er ganz offensichtlich keine Lust auf Zärtlichkeiten.“

 

Das ist mein Lieblingszitat! Ist es doch so wichtig, Kindern beizubringen, dass sie selber bestimmen dürfen, wann sie angefasst werden wollen und nicht den Kuss der Tante oder das über die Haare Gewuschel von jemandem ertragen müssen.

Was für Kinder schwierig sein könnte:

Das Geheimnis, warum Violet bei Adoptiveltern lebt, wird sehr lange nicht aufgeklärt. Man hat tausend Fragen im Kopf und es kostet viel Geduld, diese hinten anzustellen. Ich könnte mir vorstellen, dass dies nicht einfach ist, gerade wo Adoption für die meisten Kinder Neuland ist. Auch am Ende sind nicht alle Fragen geklärt.

Illustrationen:

Die Illustrationen sind super süß und sehr liebevoll gezeichnet. Sie regen die Phantasie an und unterstreichen die Lebendigkeit der Geschichte zusätzlich. Sie sind in schwarz-weiß gehalten und der Akzent liegt auf einem farbigen Gegenstand.

Fazit:

Absolut empfehlenswert!

Ein so liebevolle geschriebenes und gestaltetes Buch für Kinder habe ich schon lange nicht mehr gelesen.

Kauft es Euren Kindern, verschenkt es und werft vorher am besten noch gleich selber einen Blick hinein. Ach und nehmt doch gleich Band 2 mit, sonst platz Euer Kind noch vor Neugier.

Der magische Blumenladen

Band 1 von bisher 8 Bänden

(Band 9 erscheint im Mai.’19)

Autorin: Gina Mayer

Illustratorin: Joëlle Tourlonias

Verlag. Ravensburger (Feb.’16)

ISBN-10: 9783473404056

Seiten: 144

Alter: ab 8 Jahre

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