Rezension: Der Pakt der Bücher| Kai Meyer

Rezension: Der Pakt der Bücher| Kai Meyer

25. Januar 2019 2 Von Petrissa

Rezension zu Band 1 “Die Spur der Bücher”

Inhalt:

Mister Sedgwick fordert nun die abgemachte Gegenleistung von Mercy: Das achte Flaschenpostbuch, was sich in den Händen einer gefährlichen Frau befindet.

Was genau passiert, wenn man alle Flaschenpostbücher vereint und den Code knackt, weiß niemand so genau. Es heißt, dass man dann die Fähigkeit hat „die Grenze zwischen Wirklichkeit und Fiktion niederzureißen„.

Aus diesem Grund sind noch ganz andere Leute an den Flaschenpostbüchern und vor allem, an dem Code, den Mr. Sedwick entschlüsselt hat, interessiert.

Und Mercy wird von diesen Leuten tief hinein gezogen in die Intrigen. Man verlangt von ihr, im übertragenen Sinne, einen Pakt mit dem Teufel einzugehen.

Meine Meinung:

Wahnsinn!!

„Die Spur der Bücher“ hatte mich ja nicht hundertprozentig überzeugt, aber das hier hat alles wieder wett gemacht. Was für ein unglaublich starkes Buch!

Die Gegenspieler von Mercy sind so diabolisch, mir die Luft weggeblieben ist.

 

Und die ganze Zeit habe ich mich gefragt: Was würde ich in Mercys Situation tun?! Dieser Gedanke hat mich nicht in Ruhe gelassen, weil es so dermaßen schrecklich ist, was sie von Mercy verlangen. Aber die Konsequenzen, wenn sie es nicht tut, nicht minder schrecklich sind. Behält man seine Integrität und verliert das Liebste, was man hat? Oder ignoriert man seine innersten Werte und zerstört so nicht nur sich, sondern auch jemand anderen?

Hätte Mercys Gegner zu ihr gesagt: „Bring die Person!“ um, wäre alles leichter gewesen und ich hätte mir die Frage vermutlich nie gestellt. Doch das, was der Antagonist von ihr verlangt…. es wäre mein persönlicher Albtraum!

 

Mercy Freunde Phliander und Tempest lernst man noch näher kennen und während Philander mich eher, wenn auch aus verständlichen Gründen, genervt hat, habe ich Tempest voll ins Herz geschlossen.

Eine Spielfigur im großen Ganzen

„Wen meinen Sie?“

Derjenige, der uns alle erschaffen hat. Der Verfasser dieses Buches. Der dich und mich und jeden anderen, der uns im Leben begegnet ist, erfunden hat. Er weiß, was ich vorhabe. Dass ich sein Werk von hier aus unterwandere. Dass ich dabei bin, seinen Korridor des Fabulariums ins Chaos zu stürzen.

Hier erlaubt Kai Meyer sich einen wunderbaren Scherz. Wer kennt diesen Gedanken nicht, dass wir alle nur Figuren auf einem Schachbrett sind. Und es fühlt sich beim Lesen so kurios an, weil wir wissen, dass die Figur, die das sagt, Recht hat. Gleichzeitig stört es die eigene Wahrnehmung, die man hat, wenn man sich Mitten in einer Geschichte befindet: Dass die Geschichte wahr ist.

 

Dazu kommt das wunderbare Setting, London, im viktorianischem Zeitalter. Meyer beschreibt es so wortgewandt, dass man alles genau vor sich sieht und dabei vergessen kann, welchen Gefahren Mercy und ihre Freunde ausgesetzt sind.

Interessant sind dabei auch immer wieder die kleinen, geschichtlichen Details, die nebenbei eingestreut werden.

 

Fazit:

Kai Meyer ist ein Meister der Erzählkunst.

Charaktere, Handlungsstrang, Hintergründe, Spannung, Phantasie, Setting, alles fühlt sich authentisch und stimmig an.

Ein wundervoller Abschluss einer großartigen Reihe. (Auch wenn ich die Hoffnung nicht aufgeben werde, irgendwann mehr über diese wunderbare Welt lesen zu dürfen)

 

5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

 

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