[Rezension] Ein deutscher Wandersommer

[Rezension] Ein deutscher Wandersommer

28. Januar 2018 6 Von Petrissa

Ein deutscher Wandersommer
1400 Kilometer durch unsere wilde Heimat
Autor: Andreas Kieling
Verlag: Malik National Geographic *
Erstauflage HC: 01.03.2011
ISBN-10: 3492404715
Seiten: 304

Inhalt: 
Andreas Kieling läuft mit seiner Hündin Cleo, zum 20. Jahrestag des Mauerfalls, die ehemalige innerdeutsche Grenze ab. Vom Dreiländereck (Tschechei, DDR, BRD) bis hoch an die Ostsee – 1400 Kilometer. Eine Entfernung, wie von Bremen nach Florenz.
Für ihn wird es eine sehr emotionale Erfahrung, da er in der DDR aufgewachsen und mit 16 Jahren alleine geflohen ist.
Andreas Kieling ist einer der bekanntesten deutschen Tierfilmer und arbeitete früher als Förster und Jäger.
So erfahren wir viel über die Natur und die Tiere. So gibt es auch in Deutschland Flussperlenmuscheln und er erklärt eindrücklich, was für Folgen die Pestizide auf die Umwelt und die Tiere haben. Wir lernen einiges über unsere Wald und was es (negatives) aussagt, wenn wir eine Wiese voller Pusteblumen sehen.
Natürlich lernen wir auch einiges über die Grenze und die DDR.
1 Kilometer Grenze soll die DDR eine Millionen DDR-Mark gekostet haben. 30.000 Soldaten hatten täglich Dienst, dazu 3000 “freiwillige Helfer”. 872  Todesopfer.
Im Ort Mödlareuth mit 40 Einwohnern führte die Mauer 41 Jahre mitten durch die Ortschaft.
Kieling begegnet auch einem Mann, der 2 Jahre Knast bekommen hat, weil er 5 Flaschen Bier aus seiner Lieblingskneipe im Osten holen wollte.
Er erzählt auch von seiner schwierigen Kindheit und wie ihm schließlich die Flucht gelang.
In der Mitte des Buches sind einige Fotos von unterwegs abgebildet.
Meine Meinung: 
Für mich war es eine sehr informative und unterhaltsame Reise.
Wobei ich die erste Hälfte des Buches spannender fand als die zweite.
In der ersten Hälfte haben sich die Naturerzählungen/-erklärungen stark mit den DDR-Geschichten abgewechselt. Ich würde auch sagen, der Schwerpunkt des Buches liegt auf der ersten Hälfte des Weges. Nachdem er in Niedersachsen angekommen ist, passiert nicht mehr ganz so viel.
Spannend fand ich auch, mehr über Cleo als Schweißhund zu erfahren und wie die Ausbildung aussieht.
Ich habe mich eh in Cleo verliebt. Cleo stellt immer wieder so einiges an und bringt dadurch Humor in die Geschichte. An einer Stelle habe ich mich vor Lachen gar nicht mehr eingekriegt.Ich habe schon “Bären, Lachs und wildes Wasser” von ihm gelesen, doch das hier hat mir noch viel besser gefallen.

Fazit:
Ein sehr lehrreiches Buch mit Unterhaltungswert.
4,5 ♥
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