Rezension: Paheli| Karuna Riazi

Rezension: Paheli| Karuna Riazi

29. Januar 2019 11 Von Petrissa

Diese Rezension enthält Spoiler! Ich habe versucht, sie so weit wie möglich zu umgehen, aber ohne Spoiler hätte ich nicht meine 2,5 Sterne begründen können.

Inhalt:

Der 12-jährigen Farah und ihren beiden Freunden Essie und Alex fällt ein Brettspiel in die Hände, das es in sich hat. Schon als sie es in die Hand nehmen, vibriert es.

Als ihr kleiner Bruder Ahmad aufs Spielbrett tritt, wird er vom Spiel verschluckt. Farah und ihren Freunden bleibt nichts anderes übrig, als sich den Anweisungen des Spiels zu folgen und sich ebenfalls hinein ziehen zu lassen. Drei Aufgaben müssen sie in Paheli meistern oder sie bleiben für ewig im Spiel gefangen.

Meine Meinung:

Ich bin leider sehr enttäuscht. Ich hatte mich so auf das Buch gefreut.

 

Die Erzählung fängt schön an. Doch dann wird in den Raum geworfen, dass Farahs 7-jähriger Bruder ADHS hat und sich deswegen oft nicht unter Kontrolle hat und Farah aus diesen Gründen immer Rücksicht auf ihn nehmen muss, was sie gerne macht. Sie lässt ihn auch jedes mal beim Spielen gewinnen.

Es ist ja löblich, dass jemand die Krankheit in ein Kinderbuch einbauen will, aber es fühlt sich überhaupt nicht authentisch an und hat im Verlaufe des Buches auch keine Bedeutung mehr, außer dass Ahmad wild herumtanzt.

 

Farahs Familie kommt aus Bangladesch und wohnt in New York. Sie sind muslimisch und tragen einen Hijab, eine Kopftuch. Es gibt viele dieser Fremdwörter im Buch, die zum Teil im Register erklärt sind. Zum Teil aber auch nicht. Manche der Wörter, die im Register erscheinen, sind kursiv geschrieben, andere wieder nicht.

 

Die beiden Punkte hätte ich so noch hinnehmen können, auch wenn es mich gestört hat. Nur leider gibt es auch einige Logikfehler.

Zum Beispiel: Die Kinder haben im Spiel „Paheli“ jeweils eine Stunde Zeit, von einem Austragungsort zum nächsten zu gelangen und jeweils eine Stunde, um die Aufgabe zu meistern. Sie brechen gleich morgens nach dem Frühstück auf und nach 2 Aufgaben, also nach 5 Std geht schon die Sonne unter?!

 

Als erste Aufgabe müssen sie ein Spiel gewinnen. Ich nehme an, dass es das Spiel Kalaha war. Den Namen habe ich jetzt ergoogelt, den er wird nicht genannt. Und leider habe ich während des Lesens die Regeln nicht verstanden. Farah beherrscht das Spiel und ihre Freunde tun nur, was sie sagt.

Bis auf ein Spiel war es immer Farah, die sagte, was zu tun ist. Und ich fragte mich, warum sie dann als Team antreten?

 

Für mich hat sich vieles überhaupt nicht authentisch angefühlt. Welche 12-jährige lässt ihren Bruder immer gewinnen? In Paheli fühlten sich Farahs Sorgen um ihren Bruder nicht wie die Sorgen einer Schwester an, sondern wie die einer Mutter. Farah war immer die Kluge und Vernünftige und ihre Freunde wurden schon ein bisschen blöd dargestellt.

So haben sie vom Spielleiter eine letzte Chance bekommen, um aus dem Spiel raus zu kommen und nebenbei ihren Bruder zu treffen und Essie und Alex haben nichts besseres zu tun, als dass sie auf dem Weg dahin shoppen gehen wollen?? Essie will unbedingt in einen Kleiderladen und Alex schaut sich Teppiche an!

 

Des Weiteren enthält das Buch ziemlich gruselige Momente, die sich zwar immer schnell auflösen, dennoch würde ich das Buch meinem 10 jährigem Kind nicht geben. An einer Stelle regnet es sogar Blut.

Ich würde es erst ab 12 Jahren empfehlen.

 

Das Einzige, was mir richtig gut gefallen hat, war die Beschreibung der Stadt Paheli, mit ihren Türmen und orientalischen Palästen.

Fazit:

Die Grundidee ist toll und auch das Setting hat mir gut gefallen. Aber die Logikfehler und auch die Charaktere, die sich nicht glaubwürdig anfühlen, wiegen in meinen Augen zu schwer, als dass ich noch 3 Sterne geben könnte.

 

2,5 ♥ ♥

Paheli – Spiel um alles oder nichts

Band 1 von 2

(Band 2 wurde noch nicht übersetzt)

Autorin: Karuna Riazi

Verlag: Thienemann (Juli’18)

ISBN-10: 3522184912

Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 – 12 Jahre

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