[Rezension]Changers – Kyle

[Rezension]Changers – Kyle

16. Juni 2018 2 Von Petrissa


 Changers – Kyle

Band 4 von 4

Autoren: T Cooper und Allison Glock

Verlag: Kosmos (12.04.18)*

ISBN-10: 3440151174

Seiten: 308

Alter: 14-17


Vorgeschichte

Die Changers sind eine Menschenart, die in ihren Highschooljahren viermal einen anderen Körper bekommen. Zum Anfang jedes neuen Schuljahres wachen sie in einem anderen Körper auf. Die Eltern bleiben die gleichen und wissen davon, da ein Elternteil selber ein Changer ist. Die Organisation der Changers sorgt für einen passenden Lebenslauf für den Jugendlichen.

Kein Nicht-Changer darf davon erfahren, doch es gibt Changer, die sich nicht an die Regeln halten.

Am Ende der vier Jahre entscheidet sich der Changer für einen der vier Körper/Identitäten.

 Spoiler zu den vorherigen Bändern!

Inhalt

Audrey weiß inzwischen über die Changers Bescheid. Sie hat das Armband, dass sie Drew einst geschenkt hat, an Kims Hand gesehen, so wie Kim es wollte.

Die letzte Identität wartet auf Kim. Sie wacht am ersten Tag ihres letzten Highschooljahres als Kyle auf.

Kyle sieht blendend aus, ist der absolute Football-Star. Alle fliegen auf ihn. Doch Kyle ist entsetzt. Er will nicht Kyle sein.

Denn Kyle ist der Typ aus seiner Vision, der Audrey in Gefahr bringen wird.

Meine Meinung

 Leider kein grandioses Ende.

Einmal hat das Buch nur 308 Seiten und nicht wie bei Amazon und dem Verlag angegeben  352 Seiten. Dazu kommt, dass Kyle den ganzen Winter über mit seinem Tagebuch aussetzt, wo dann 3 Seiten lang gar nichts steht. Und einige Tagebucheinträge bestehen nur aus 2-3 Sätzen. Wenn man das Glossar abzieht, mit den leeren Seiten, wo Kyle kein Tagebuch geschrieben hat, minus die Seiten, die bei einer neuen Jahreszeit freigelassen werden, kann man 25 Seiten abziehen! Und da sind nicht die Seiten mit eingerechnet, auf denen nur 2-3 Sätze stehen. Das finde ich schon eine freche Mogelpackung, zumal für den Preis.

Von den 283 Seiten geht es die ersten 100 Seiten um Kim. Erst danach wird sie zu Kyle. Ich habe das Gefühl, die Geschichte mit Kyle wurde einfach nur schnell runter geschrieben. Vielleicht sollte das Buch mal 352 Seiten lang werden.

Ich fand die ersten drei Bände großartig. Und bin wirklich sehr enttäuscht über diesen letzten Band. Nachdem Kim zu Kyle wurde und Kyle einen Plan fasst, wie er Audrey vor sich schützen kann, ist es so klar, wie die Geschichte ausgeht, dass ich mich stellenweise echt gelangweilt habe.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass nicht alle Geheimnisse der Changers, die in den letzten Bänden angedeutet, auch aufgeklärt wurden. Eigentlich erfahren wir gar nichts weiter. Kyles Vater enthüllt irgendwann ein Geheimnis, dass eigentlich kein Geheimnis war. Es war völlig logisch, dass die Sache so liegt.

Unlogisch dagegen war Kyles Plan, wie er Audrey schützen wollte. Ich habe überhaupt nicht nachvollziehen können, wieso er denkt, dass das helfen sollte.

Es gibt auch keine weitere Aufklärung zu den Getreuen.

Dabei ist die Idee dahinter so wichtig! Dass es eben nicht drauf ankommt, wie jemand aussieht. Dass es egal sein sollte, ob jemand Schwarz ist oder dick, asiatisch oder eine schiefe Nase im Gesicht hat. Auch dass hier Homo- und Bisexualität genau so eine Rolle haben, wie Transsexualität.

“Ich möchte darauf vertrauen, dass die Welt sich zur Toleranz hin entwickelt, zu einer breiteren Definition dessen, was ein Mensch sein kann, mit allen Formen und Ausprägungen. Ich möchte sicher sein, dass Jugendliche wie ich, Kris und Michelle Hu, und sogar Audrey, wenn wir schon dabei sind, nicht mehr mit Angst aufwachsen müssen, dass wir in einem beklemmenden Albtraum à la “Report der Magd” landen werden, doch nach allem, was ich in meinem bisherigen Leben so mitbekommen habe, klingt das wie Fantasy. Die Jasons dieser Welt machen keinen ängstlichen Eindruck auf mich. Sie leiden nicht. Sie müssen sich nicht umschauen, wenn sie die Straße entlanggehen. Sie wirken dreister und selbstsicherer in ihren Überzeugungen als je zuvor.”

Ich habe die Changer-Reihe so geliebt, dass mich dieser inhaltlich und optisch dünne Band, fast körperlich schmerzt. Ich bin wirklich richtig traurig.

3 ♥ ♥ ♥


Zitate:

“Ich bin der Kapitän der Titanic – ich kann den Eisberg schon in der Ferne sehen. Es scheint, als wäre noch genügend Zeit, um ihn zu umfahren, um die Richtung zu ändern, aber in Wahrheit haben sich die Elemente und die Schwerkraft gegen mich verschworen und zwingen mich, weiter auf den riesigen gefrorenen Koloss zuzusteuern. Das Raum-zeit-Kontinuum erlaubt mir nicht, den Kurs zu verändern. Was soll ich tun? Am Steuerrad stehen und die unvermeindliche, tötliche Kollision abwarten? Oder das ganzen bescheuerte Schiff in die Luft jagen, bevor es den Eisberg rammt? “


“”Achte darauf, dass du keine endgültige Lösung für ein kurzzeitiges Problem wählst.”

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