[Rezension]Sag mir, was du kaufst, und ich sag dir, wer du bist

[Rezension]Sag mir, was du kaufst, und ich sag dir, wer du bist

11. Mai 2018 8 Von Petrissa
 Sag mir, was du kaufst, und ich sag dir, wer du bist
Der Supermarkt als Petrischale der Gesellschaft
Autor: Jörn Höpfner
Verlag: Goldmann (15.01.18)
ISBN-10: 3442177065
Seiten: 224 
Widmung des Autors:
“Meiner nachsichtigen Mutter, den wichtigen Fusseln und Krümeln meines Lebens und dem Rotschopf, der durch die Seiten dieses Buches schimmert, gewidmet.”
Erster Satz:
“Mit Büchern, die ihrem Lesern die Wahrheit versprechen, ist das so eine Sache: Im besten Fall liegen sie alle etwas daneben.” 

Reflexion:
Es ist keines dieser pseudowissenschaftlichen Büchern, das Dir sagt, wenn Du Chips isst, bist Du ein Couchpotato und bei Gemüse der Fitnessguru Deines Viertels oder vielleicht auch nur gerade auf Diät. 
Es ist ein Buch über Soziologie, aber deswegen klickt bitte nicht gleich weg. 
Denn es ist leicht und unterhaltsam geschrieben und verständlich für jeden Laien. 
Es gewährt auf sehr humorvolle Art Einblicke in die Denkweise eines Soziologen. 
Anhand vom “Sinius-Milieu” lernen wir etwas über die Strukturen der Gesellschaft. 
“Es geht darum, seine [des Menschen] persönliche Orientierung und seinen Wertehorizont zu bestimmen. Was ist diesem Menschen wichtig? Und warum? Betrachten wir den Menschen innerhalb seines Milieus, dann geht es nicht nur darum, wo er lebt, sondern wie er lebt. Sein Lebenstil, seine Lebensweise, seine ganz persönliche Lebenswelt werden miterfasst.”
Und für was soll das gut sein? 
Das Sinus-Milieu braucht man, um zu wissen, wie man einem Menschen etwas verkaufen kann. Und das muss nicht unbedingt ein Wertgegenstand sein, sondern kann eben auch eine Meinung sein. 
“Findet man heraus, wie Sie die Welt wahrnehmen, was Ihnen wichtig ist, was Sie ablehnen und was in Ihrem ganz persönlichen Lebensentwurf – der gar nicht so individuell und einzigartig ist, wie man das immer annimmt – von Wert ist, weiß man, wie man Sie emotional und sinnlich anpacken muss.” 
Das fand ich eine spannende Sache. Schaut man sich seine Umgebung an, sein Viertel, seine Stadt, kann man viele Beispiele dafür finden, wie es umgesetzt wird. Bei Penny gehen andere Leute einkaufen, als bei Alnatura und in bestimmten Vierteln hätte der eine bzw der andere Laden keine Chance. Man kann es auf alles übertragen, bis hin zur Politik.
Fazit:
Ich kannte das Sinus-Milieu noch nicht. Ich fand es sehr verständlich geschrieben, Fach- und Fremdwörter kommen nicht vor. Außer natürlich die Namen der verschiedenen Milieus. 
Zudem ist es wirklich sehr unterhaltsam geschrieben, mit einer guten Prise Witz. 
Für Soziologiestudenten oder Menschen, die sich mit dem Sinus-Milieu vertraut sind, wird das Buch vermutlich nichts Neues bringen. 
5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
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