Rezension:Thalamus von Ursula Poznanski

Rezension:Thalamus von Ursula Poznanski

8. September 2018 2 Von Petrissa

Thalamus

MP 3 – Vollständige Lesung

Autorin: Ursula Poznanski

Sprecher: Jens Wawrceck

Verlag: Der Hörverlag (August.2018)
ISBN: 3844530290

Zeit: 12 Stunden, 8 Minuten

Inhalt:

Timo, 17 Jahre, hat einen schweren Motorradunfall gehabt und soll sich nun in der Rehaeinrichtung Marktwaldhof von seinem Schädel-Hirn-Trauma erholen.

Er kann nicht sprechen, nicht laufen und hat große Schwierigkeiten mit seiner Feinmotorik.


Bald stellt er fest, dass irgendwas in der Klinik nicht stimmt. Sein Zimmerkollege, ein Wachkomapatient, steht nachts auf und läuft herum. Und er trachtet nach Timos Leben.


Timo selbst bemerkt auch bald an sich und weiteren Patienten Fähigkeiten, die nicht menschlich sind. Manches davon macht ihm höllische Angst.

Er macht motorische Fortschritte, aber sprechen kann er weiter hin nicht, so dass er sich nach wie vor nicht verständigen kann, sich mit niemandem über all die unheimlichen Phänomene austauschen kann.


So muss er sich alleine auf den Weg machen, herauszufinden, was hier los ist.


Meine Meinung:

Ich finde es unglaublich schwierig, das Hörbuch zu bewerten. Schon seit 3 Wochen habe ich es fertig gehört,
aber meine Meinung wird nicht klarer.


Das Problem ist vermutlich, dass UrsulaPoznanski meine Lieblingsautorin ist und ich dementsprechend hohe
Erwartungen habe.


Das Buch ist wirklich nett. Richtig nett. Aber nicht wahnsinnig spannend, so wie ich das für einen
Thriller erwartet hätte.


Wirklich sehr gut gefallen hat mir das Setting an sich und die Problematik der vielen kranken Menschen. Mehr als einmal dachte ich: Wie gut es mir doch geht! Wir wissen es gar nicht genug zu schätzen, laufen und sprechen zu können. Nehmen es als selbstverständlich hin, dabei kann es jeden Moment vorbei sein und wir gelähmt oder gar im Wachkoma ans Bett gefesselt sein.


Ich mochte viele der Figuren sehr.
Timo, aber auch seine Freunde, die er dort gefunden hat. Ich finde, dass auch die Charaktere seiner Freunde sehr gut heraus gearbeitet sind. Stärken und Schwächen werden deutlich und auch, warum die Jugendlichen so sind, wie sie sind.


Doch von der Handlung her fand ich einiges nicht sehr logisch.

Es wurde zB keine Buchstabentafel benutzt und das in einer Einrichtung, die auf Schädel-Hirn-Trauma
spezialisiert sind.

Auch das Verhalten von Timos Freundin war für mich nicht nachvollziehbar oder das seine Eltern dazu nichts
gesagt haben.


Ich liebe Poznanskis Bücher, weil sie so absolut unvorhersehbar sind. Dies war hier leider gar nicht der
Fall. Im Gegenteil, bei Vielem war ziemlich klar, was als nächstes passieren würde. Das fand ich richtig schade.


Auch das Ende im Marktwaldhof fand ich etwas unbefriedigend. Da hätte ich ein bisschen mehr Thriller und
Action erwartet.

Fazit:

Eine wirklich schöne Geschichte, die einen über die Vergänglichkeit des Lebens nachdenken lässt. Aber für einen Thriller ist wenig Thriller drinnen.

Ich habe mich jetzt unendlich schwer getan, weil ich meiner Lieblingsautorin nicht weniger als 4 Sterne geben will. Es tut mir wirklich im Herzen weh. Doch es hat mich leider nicht so gepackt, dass ich 4 Sterne geben könnte und manches fand ich nicht befriedigend genug erklärt.

3,5 Sterne

Ich danke dem Verlag sehr für das Rezensionsexemplar!

Weitere Rezensionen:

Tintenhain
Weltenwanderer (5 Sterne)
Pero (Amazon 1 Stern)

Der Kopf auf dem Foto ist übrigens ein altes medizinisches Übungsobjekt, bei dem Ärzte üben konnten, in welchen Teil des Gehirns sie reinstechen müssen. Es ist eine Leihgabe eines befreundeten Arztes.

Und das im Abschnitt “Inhalt” die Wörter “motorische Fähigkeiten” markiert sind, ist keine Absicht und hat nichts zu bedeuten. Ich habe es von Word reinkopiert und nicht verändert bekommen.

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