Blogtour Rentierfieber

Blogtour Rentierfieber

25. November 2020 0 Von Petrissa

Hallo Ihr Lieben,

von heute bis Sonntag findet die Blogtour Rentiefieber statt, bei der wir Euch das Buch von Emma Zecka vorstellen möchten. Vielleicht kennt Ihr Emma schon von ihrem Blog Ge-h-schichten. 

Ich starte heute dazu mit einem Interview mit Emma.

Inhaltsangabe:

Als das Christkind Besuch vom Weihnachtsmann bekommt, erschrickt es. Der sonst so fröhliche Mann sieht müde aus und zeigt erste Anzeichen einer drohenden Rentierverwandlung. Um dieses Schicksal zu verhindern und Weihnachten zu retten, schickt ihn das Christkind zu den Menschen, um einen Nachfolger zu finden. Doch was er wirklich bei den Menschen entdeckt, ist noch viel wichtiger.

Interview mit Emma Zecka

Liebe Emma,

“Christstollen” heißt der Ort, an dem in Deiner Geschichte alle Weihnachtswesen zusammen wohnen. Vom Nikolaus, über das Christkind bis hin zum Weihnachtsmann.
Welche Traditionen habt Ihr gefeiert, als Du noch ein Kind warst? Kam bei Dir der Weihnachtsmann oder das Christkind?

Bei uns kam früher immer der Weihnachtsmann, was vor allem damit zu tun hatte, dass meine Mutter bis nach der Grundschule in Kanada groß geworden ist und dort eben immer »Santa Claus« kam. Mir war lange Zeit überhaupt nicht bewusst, dass in Deutschland eigentlich das Christkind und nicht der Weihnachtsmann kommt. Als ich klein war, hatte ich zwar Freunde, die immer Besuch vom Christkind bekommen haben. Aber damals habe ich es einfach so hingenommen und es war nicht so, dass es mich irritiert hat.

 

Meine Eltern haben sich an Weihnachten immer etwas Besonderes einfallen lassen. Am Freitag im Beitrag von Babsi erzähle ich euch beispielsweise von meinem schönsten Weihnachtsfest.

Eine richtige, klassische Tradition gab es eigentlich nicht. Wenn wir an Weihnachten Besuch von Verwandten bekamen, haben wir Kinder uns mehr oder weniger den Tag über beschäftigt, was ziemlich schwierig war. Schließlich war die Vorfreude auf Weihnachten und die Geschenke groß. Gegen Abend gab es dann ein gutes, leckeres Essen bei dem wir dann ziemlich oft Fragen stellten wie:

»Wann kommt denn jetzt der Weihnachtsmann?«

»Wann gibt es Geschenke?«

»Können wir aufstehen?«

Alles Dinge, die Eltern eigentlich nicht gerne hören wollen. Aber Ärger haben wir deswegen nie bekommen.

 

Wenn der Besuch der Verwandtschaft aus blieb, wurden mein Bruder und ich mit meinem Vater losgeschickt, meine Oma abzuholen. Eine sehr zähe Angelegenheit, wie wir fanden. Schließlich zögerte das den Besuch des Weihnachtsmannes nur hinaus. Und wer weiß, vielleicht schaute der Mann ja vorbei, während wir weg waren. Glücklicherweise hat er bisher immer auf uns gewartet.

Meistens war es an Weihnachten so, dass wir, wie an Ostern, die Geschenke suchen mussten. Allerdings waren die Geschenke dann meistens gesammelt, an einem Ort im Haus versteckt. Gerade in den letzten Jahren

 

ACHTUNG SPOILER – Dieser Abschnitt sollte nicht von Kindern gelesen werden

 

… als wir immer misstrauischer wurden und weder an den Weihnachtsmann noch an das Christkind glaubten, wurde die Sache mit der Geschenkeübergabe richtig schwierig. Was ich besonders schön fand war, dass der Zauber rund um den Weihnachtsmann »langsam« vergangen ist und es nicht ein großes, trauriges Erlebnis war, zu begreifen, dass es vermutlich weder den Weihnachtsmann, noch das Christkind wirklich gibt.

 

SPOILER ENDE

In meiner Phantasie ist der Weihnachtsmann genauso unsterblich wie das Christkind.
In Deinem Buch muss der Weihnachtsmann nach nur 20 Jahren einen Nachfolger suchen. Wie bist Du auf die Idee gekommen, dass der Weihnachtsmann nur so kurz im Amt ist?

Die Idee, dass der Weihnachtsmann nur 20 Jahre arbeitet, ist tatsächlich im Zuge der Überarbeitung von »Rentierfieber« entstanden. Ursprünglich hatte ich die Arbeitszeit für Weihnachtsmänner auf ca. tausend Jahre festgelegt.

Da das Christkind im Prolog erzählt, dass es schon viele Weihnachtsmänner kommen und gehen gesehen hat und ich das ungern abändern wollte, stand fest, dass die Weihnachtsmänner keine tausend Jahre in Christstollen leben können. Sonst hätte der erste Weihnachtsmann ja schon im Mittelalter nach Christstollen kommen müssen. Das hätte wiederum nicht zu den wahren historischen Fakten gepasst.

Meine Lektorin meinte dann, dass es sich um einen klassischen Logikfehler handelt und schlug mir vor, den Zeitraum einfach etwas enger zu fassen.

Dein Weihnachtsmann macht einen recht hilflosen Eindruck. Er hat oft nicht wirklich einen Plan und ist sehr leichtgläubig.
Was war der Grund, dass Du Dich eher für einen schwächeren Charakter entschieden hast, als für einen selbstbewussten  Weihnachtsmann?

Ich fand die Frage ziemlich spannend, wie jemand reagiert, wenn er sich in einer fremden Umgebung oder einer fremden Kultur wiederfindet. Wenn ich mal von mir ausgehe, würde ich mir in einer fremden Welt oder in einer fremden Kultur, ähnlich wie der Weihnachtsmann, erstmal anschauen, wie die Leute dort leben. Ich würde vermutlich viele Fragen stellen, aber nicht »infrage« stellen und wahrscheinlich sehr viel beobachten und versuchen, das, was ich in der fremden Welt / Kultur wahrnehme, mit dem zu vereinbaren, was ich bereits kenne.

 

Erst nach einigen Wochen oder vielleicht auch Monaten, wenn ich mich in der Fremde etwas sicher fühle, würde ich mir vermutlich Leute suchen, mit denen ich die dortigen Werte und Normen besprechen kann. Da müsste ich mir aber auch sicher sein, dass die Leute kritische Fragen ertragen würden.

 

Als ich »Rentierfieber« geschrieben habe, ist es mir wirklich schwer gefallen, den Weihnachtsmann zu beschreiben. In einer der roheren Rohfassungen war er sehr introvertiert. Irgendwann meinte eine Testleserin ganz aufgebracht zu mir: »Das hält ja keiner aus! Warum sagt er nicht, was er denkt?«

Die Schwierigkeit bestand für mich im Schreiben vor allem darin, viele der Gedanken in Dialoge umzuwandeln, ohne aber dafür zu sorgen, dass die Geschichte eine andere Wendung nimmt und sich somit von der eigentlichen Handlung entfernt.

Wenn Du ein weihnachtliches Wesen sein könntest (Elfe, Kobold, Weihnachtsmann, Rentier….), welches wärst Du gerne?

Ich glaube, ich wäre gerne eine Weihnachtselfe. Zumindest haben mir die Elfen, die in Christstollen leben, ganz gut gefallen.

Vor den Rentieren hätte ich wahrscheinlich eher Angst und würde mich auch ständig fragen, wer unter ihnen wirklich ein »gebürtiges« und wer ein »verwandeltes« Rentier ist.

Wobei, nehmen wir mal an, dass Elfen und Wichtel nicht dieselben Wesen wäre, könnte es auch sehr spannend sein, ein Wichtel zu sein. Die Wichtel habe ich vor allem in den Weihnachtsbüchern von Matt Haig kennengelernt. Viele von ihnen sind zwar etwas laut, aber meistens sind sie gut gelaunt und schaffen es, das Positive zu fokussieren, was mir sehr gut gefällt.

Magst Du den Norden? Könntest Du Dir vorstellen, zumindest eine zeitlang in Christstollen zu leben?

Das Interessante ist, dass mich das, was ich mit dem Norden assoziiere, überhaupt nicht anzieht. Obwohl Christstollen im Norden liegt, bringe ich es dennoch nicht so sehr mit dem Norden in Verbindung. Wahrscheinlich klingt das jetzt völlig schräg, oder?

Im Norden ist es immer kalt und ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass einige Nordlichter, die ich bisher kennenlernen durfte, sehr nüchterne Zeitgenossen sind. Einerseits ist das natürlich toll, weil man immer weiß, woran man bei ihnen ist. Sie sagen das, was sie denken. Auch wenn es manchmal vielleicht etwas hart daherkommt.

Andererseits fehlt mir manchmal die Wärme, die ich am Süden bzw. den Leuten im Süden, mag.

Obwohl Christstollen im Norden liegt, könnte ich mir wirklich vorstellen, dort zu leben. Das liegt vor allem daran, dass ich die Charaktere mag, die in Christstollen leben. Man könnte also fast behaupten, dass für mich »Zuhause« vor allem mit den Menschen zusammenhängt und weniger an einen Ort gebunden ist.

Außerdem möchte ich zu gern mal das Baumhaus des Christkindes sehen, oder die angedeutete Wundermühle besuchen, in der die Geschenke für die Kinder erfunden werden.

Vom 30.11. bis zum 26.12. findet auf Facebook eine Leserunde statt. Auf Emmas Blog findet Ihr dazu alle weiteren Informationen und könnt auch das Buch zur Leserunde gewinnen, falls Ihr neugierig geworden seid. 

Morgen geht es dann weiter mit einem Video von Lena. Am Freitag könnt Ihr bei Babsi ein weiteres Interview mit Emma lesen, bei dem es über das Autorenleben geht. Am Samstag erfahrt Ihr in Lisas Beitrag auf Instagram etwas über Weihnachten in anderen Kulturen. Und ab Sonntag gibt es dann eine XXL-Leseprobe bei Emma.

Es lohnt sich übrigens, im Dezember auf Twitter den #rentierfieber im Augen zu behalten.

Habt eine gute Zeit!

Loading Likes...