Der Blitz soll Sie beim Scheißen treffen!

Der Blitz soll Sie beim Scheißen treffen!

9. August 2017 5 Von Petrissa

Autoren: Erik Haffner und David Gromer
Sprecher: Annette Fried und Max Giermann
Verlag: Random House Audio
Zeit: 1,15h

Inhalt:
37 Briefe, To-do-Listen und Feedback-Formulare für alle widrigen Lebenslagen.
“Nutzlose Versicherungen, bräsige Vermieter, aufdringliche Chefs … Es
gibt unzählige Anlässe, sich dezidiert schriftlich an Leute und
Institutionen zu wenden, bei denen mündlich vorgebrachte gute Worte und
höfliche Bitten auf taube Ohren stoßen. Schon das Lesen entsprechender
Briefvorlagen sorgt schnell dafür, dass man den Dampf, den man in sich
spürt, zu einem Gutteil ablässt – denn man weiß ja, dass man solch einen
Brief theoretisch durchaus abschicken könnte. Ob das in jedem Fall
deeskalierend oder konstruktiv wirkt, sei dahingestellt, ist aber auch
zweitrangig. Und wenn es darum geht, die nutzlosen
geschäftlichen/nachbarschaftlichen/beruflichen Beziehungen nachhaltig
abzubrechen, ist der grobe Keil eh das Mittel der Wahl.” 
(Klappentext)
Meine Meinung: 
Na ja… leider nicht so witzig, wie ich es mir dachte und wie der Titel es verspricht. 
Ich hatte Satire erwartet. Briefe auf hohem, kunstvollem Niveau. Leider zeichnen sich die meisten Texte eher auf der Basis der Aggression des Herrn Müllers von nebenan aus, mit dem man eh Tag für Tag auf anstrengende Art konfrontiert ist.
 Die Briefe fand ich noch am ehesten witzig. 
“Lieber Nachbar, vielen Dank, dass Sie gestern Abend die  lange überfällige
Schallschutzversuche in Ihrer Wohnung durchgeführt haben. Auch mir sind
die Konstruktionsfehler der Architekten schon aufgefallen. Die dünnen
Wände in diesem Haus sind wirklich kaum zu tolerieren. Gibt es denn
schon Ergebnisse Ihrer nächtlichen Testphase oder brauchen Sie noch am
Daten von mir? Ich kann Ihnen versichern, dass ich wirklich jedes Wort
des Liedes mit dem roten Pferd verstanden habe und auch den Witz mit dem
Kamel und den Frosch in Strapsen, hihi, hat Ihr Gast Michael
kristallklar zu mir rüber gebracht. Einzig das mehrstimmige Gegröle
gegen 3 Uhr konnte ich nicht 100% interpretieren.  Handelte es sich um einen Limbo-Wettbewerb oder hat Ihre Freundin Isabelle einfach ein zweites Mal blank gezogen? […]”
Die Feedback-Formulare dagegen fand ich durchgehend nervig. 
“Reklamationvorlage
Sehr geehrte Damen und Herren, 
ich möchte gerne von meinem kürzlich erstandenen Produktes zurück treten.
Was genau haben sie sich eigentlich dabei gedacht? 

Schon nach kurzer Zeit hat es
– seinen Geist aufgegeben.
– viel ein wichtiges Teil ab.
– roch es verdächtig.
– ließ es sich nicht mehr starten.

Ich bin über die Qualität Ihrer Ware wirklich maßlos enttäuscht 

und würde das Produkt am liebsten
– gegen die Wand feuern.
– auf ihrem Hof anzünden.
– langsam in einem See voller Säure ertränken.
– mal an Ihren Genitalien ausprobieren.
-gegen Sie programmieren.
[…]”
Mal an Ihren Genitalien ausprobieren??? Wie bitte?! 
Zumal es völlig unlogisch ist, dass ich der Firma ein Formular zum Ausfüllen schicke, mit Antworten, die ich ankreuzen kann/will/sollte.
Den männlichen Sprecher Max Giermann fand ich überwiegend gut, die Frau, Anette Frier, hat sich durchweg zickig und genervt angehört. 
Und wie fühlt man sich, wenn man eine Stunde einer genervten Stimme zuhört? 
Richtig: Genervt. 
Max Giermann hat das alles etwas trockener rüber gebracht. 
Schade, das Ganze hätte echt Potenzial gehabt. 
2,5 ♥
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