Neuzugänge

Neuzugänge

18. Januar 2022 8 Von Petrissa

Hallo Ihr Lieben,

heute wollte ich Euch meine (Weihnachts)ausbeute vom Dezember vorstellen. Es sind alles Wunschbücher gewesen.

Die Unruhe der Bücher. Vom Lesen und was es mit uns macht von Sascha Michel

Als Lesende nehmen wir an der Unruhe der Welt teil und schärfen unser Bewusstsein für Mehrdeutigkeiten aller Art. Und selbst die mächtigsten Zeichen lernen wir als das zu nehmen, was sie sind: Setzungen, die nicht alternativlos sind. Ein kluger wie leidenschaftlicher Essay für alle Buchmenschen, die das eigene Lesen und Tun bedenken. Eine Liebeserklärung an die Großartigkeit des Lesens.

Kennt Ihr die “[Was bedeutet das alles?]” Bücher von Reclam? Ich mag die sehr. Die Bewertungen des Buches sind gar nicht besonders gut. Ich freue mich trotzdem sehr auf das Buch.

Christkind verkehrt: Weihnachtsgeschichten von Hans Fallada

Wie die meisten seiner Landsleute wuchs Hans Fallada in einer Familie auf, in der man Weihnachten als das wichtigste Fest beging: so wie er es in den Anekdoten über die Familienbräuche beschreibt. Und selbstverständlich übernahm er all die Christfestrituale und Julfestsitten in die eigene Ehe und den eigenen Hausstand. [Dann kommen jede Menge Spoiler, die ich mal weglasse.] Weihnachten ist für Fallada ein magisches, duftendes, freundliches Fest, eines, zu dem Geheimnisse, Kinder und Lachen gehören, auch und gerade wenn die Umstände, unter denen es begangen wird, so gar nicht freundlich sind. Für ein paar Stunden wandelt sich alles zum Guten: Mit Liebe und ein paar Mark werden Überraschungen gezaubert, die falschen Geschenke werden die schönsten, und sogar die Pechvögel, bei denen zu jedem Weihnachten alles schiefgeht, haben am Ende Glück.

Ich mag Fallada ganz gerne, auch wenn ich schon lange nichts mehr von ihm gelesen habe. Ich habe schon zwei andere Weihnachtsbücher von ihm und bin nun auf dieses gespannt.

 

Im Grunde gut: Eine neue Geschichte der Menschheit von Rutger Bregman

Der Historiker Rutger Bregman setzt sich in seinem Buch mit dem Wesen des Menschen auseinander. Anders als in der westlichen Denktradition angenommen ist der Mensch nicht böse, sondern, so Bregman, im Gegenteil: von Grund auf gut. Und geht man von dieser Prämisse aus, ist es möglich, die Welt und den Menschen in ihr komplett neu und grundoptimistisch zu denken. In seinem mitreißend geschriebenen, überzeugenden Buch präsentiert Bregman Ideen für die Verbesserung der Welt. Sie sind innovativ und mutig und stimmen vor allem hoffnungsfroh.

Ich habe das Buch mal als Hörbuch angefangen und war sehr begeistert. Aber ich kann Sachbücher nicht gut als Hörbücher hören.

Ganz besonders im Moment habe ich das Gefühl, die Menschen hassen sich alle. Doch ich denke tatsächlich, dass der Mensch im Grunde gut ist und nur versucht zu überleben. Jeder auf seine Art und mit seinen Möglichkeiten.

Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte von TJ Klune

Linus Baker ist ein vorbildlicher Beamter. Seit Jahrzehnten arbeitet er in der Sonderabteilung des Jugendamtes, die für das Wohlergehen magisch begabter Kinder und Jugendlicher zuständig ist. Nie war er auch nur einen Tag krank, und das Regelwerk der Behörde ist seine Gute-Nacht-Lektüre. Linus’ eintöniges Dasein ändert sich schlagartig, als er auf eine geheime Mission geschickt wird. Er soll das Waisenhaus eines gewissen Mr. Parnassus’, das sich auf einer abgelegenen Insel befindet, genauer unter die Lupe nehmen. Kaum dort angekommen, stellt Linus fest, dass Mr. Parnassus’ Schützlinge eher etwas speziell sind – einer von ihnen ist möglicherweise sogar der Sohn des Teufels! In diesem Heim kommt Linus mit seinem Regelwerk und seiner Vorliebe für Vorschriften nicht weit, das merkt er schnell. Eher widerwillig lässt er sich auf dieses magische Abenteuer ein, das ihn auf der Insel erwartet, und erfährt dabei die größte Überraschung seines Lebens …

Von dem Buch habe ich schon viel Gutes gehört und ich freue mich schon sehr darauf.

Der Bär und die Nachtigall von Katherine Arden

In einem Dorf am Rande der Wildnis, weit im Norden Russlands, wo der Wind kalt bläst und der Schnee viele Monate des Jahres fällt, erzählt die alte Dienerin Dunja den Kindern des Grundbesitzers Pjotr Wladimirowitsch Geschichten über Zauberei, Folklore und den Winterkönig mit den frostblauen Augen. Verbotene Geschichten über eine uralte Magie. Doch für die junge, wilde Wasja sind dies weit mehr als Märchen. Sie allein kann die Geister sehen, die ihr Zuhause beschützen. Und sie allein spürt, dass sich in den Wäldern eine dunkle Magie erhebt …

Das Buch habe ich schon gelesen und es war großartig. Auch genau mein Setting. Diese Woche geht es mit Band 2 weiter.

Und Marx stand still in Darwins Garten von Ilona Jerger

England, 1881. Zwei bedeutende Männer leben nur wenige Meilen voneinander entfernt: Charles Darwin in einem Pfarrhaus in Kent und Karl Marx mitten in London. Beide haben mit ihren Werken, der eine zur Evolution, der andere zur Revolution, die Welt für immer verändert. Beide wissen es und sind stolz darauf. Und doch sind sie schlaflos und melancholisch. Eines Abends begegnen sich die beiden bei einem Dinner zum ersten Mal. Schnell kreist ihre Diskussion um Gott und Gerechtigkeit ― doch unausweichlich kommt es zum Streit, und der Abend endet in einem Eklat. Dennoch haben der großbürgerliche Naturforscher und der ewig klamme Revolutionär mehr gemeinsam, als sie sich eingestehen wollen.

Das Buch ist nur ein Gedankenspiel, doch ich finde solche Überlegungen faszinierend. Mal sehen, was ich in dem Buch über Darwin und Marx lerne.

Jeder schreibt für sich alleine: Schriftsteller im Nationalsozialismus von Anatol Regnier

Wer als Autor im Dritten Reich publizieren wollte, musste sich offiziell registrieren lassen als Mitglied der Reichsschrifttumskammer. Aber was bedeutete das? Wieviel Anpassung wurde verlangt? Wie war das Verhältnis zum Staat und wie das Selbstverständnis als Repräsentant des deutschen Geisteslebens? Hielt man Kontakt zu emigrierten Kollegen? Und wie stellte man sich zur Verfolgung und Deportation der Juden? Anatol Regnier hat für dieses Buch Schriftstellernachlässe und Verlagskorrespondenz gesichtet und lässt die Protagonisten ausführlich selbst zu Wort kommen. Überzeugte Nazis sind darunter, andere glaubten, das Richtige zu tun und taten das Falsche. War man als Dagebliebener, wie man sich auch drehte und wendete, Teil des Systems? Oder war es möglich, als Schriftsteller im nationalsozialistischen Deutschland integer zu bleiben? Die Befunde sind oft überraschend ambivalent und sehr viel differenzierter, als die Schwarz-Weiß-Logik Nazi/Antinazi vermuten lässt.

Dieses Buch handelt von Schriftstellern im nationalsozialistischen Deutschland, ihrem Spagat zwischen Anpassung und künstlerischer Integrität unter den Bedingungen der Diktatur. Opportunisten und Konjunkturritter sind dabei, aber auch Autoren, die nur ihrer Arbeit nachgehen wollten und versuchten, moralisch sauber zu bleiben. Mit leichter Hand verknüpft Anatol Regnier die Biografien von Hans Fallada und Erich Kästner, Agnes Miegel und Ina Seidel, Gottfried Benn, Hanns Johst und Will Vesper. Es sind Geschichten von überraschender Widersprüchlichkeit, die das gesamte Spektrum menschlichen Verhaltens im Dritten Reich abbilden.

Das Buch habe ich mir selbst geschenkt. ^^ (Ja, man muss gut für sich sorgen!) Ich habe das Buch schon länger im Blick, aber es ist nicht günstig, daher bin ich bisher davor zurückgeschreckt. Kürzlich las ich ja die Biografie von Erich Kästner und die hat mein Interesse an dem Thema erneut entzündet.

Ich habe noch einen weiteren Stapel Neuzugänge, aber die zeige ich Euch in einem weiteren Beitrag. Schließlich will ich Euch nicht mit Büchern erschlagen.
Kennt Ihr schon welcher der Bücher oder ist durch meinen Beitrag eines auf Eure Wunschliste gehüpft?
 
Liebe Grüße
Petrissa
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