Rezension: Der Dingeerklärer von Randall Munroe

Rezension: Der Dingeerklärer von Randall Munroe

3. Dezember 2021 6 Von Petrissa

Inhalt:

Randall Munroe ist der »Dinge-Erklärer«: In Großformat und Farbe macht er komplizierte Sachen in genialen Schaubildern verständlich. Ökosysteme, Raketenantrieb, Auto- oder Flugzeugmotoren und vieles mehr. Durch seine berühmten Strichzeichnungen und witzigen Erklärungen (nur die 1000 häufigsten Wörter werden verwendet) wird Wissen zum Vergnügen. Erstklassig ausgestattet, mit Ausklappseiten und Poster. Eine originelle Mischung aus Wimmelbuch, »Was ist was?« und Infographik. (Verlagsinformation)

Meine Meinung:

Im Vorwort erklärt Munroe, dass er viele Jahre Angst hatte, die Leute könnten denke, er wisse nicht genug. Es gibt viele Fachausdrücke für komplizierte Dinge. Er beschreibt dies mit dem Ausdruck „große Wörter“ und er hatte Angst, wenn er „kleine Wörter“ nahm, dass die Leute denken könnten, er sei dumm und kenne die großen Wörter nicht.

 

Ich denke, das können viele nachvollziehen.

 

So kam er auf die Idee, in diesem Buch alles mit kleinen Wörtern zu erklären. Denn dann würde sich „am Ende alles dumm“ anhören. Er benutzt in diesem Buch nur die 1000 häufigsten Wörter.

Toll, dachte ich. Wenn mal so was wie ein U-Boot oder eine Bohrinsel, ein Handy oder ein Fotoapparat mit verständlichen kleinen Worten erklärt wird.

 

Am Anfang war ich sehr enttäuscht von dem Buch, das so lange auf meiner Wunschliste stand und auf das ich mich so sehr gefreut habe. Ich fand, er hat gar nichts einfacher gemacht. Es war ein einziges Rätselraten, was er mit dies oder jenem meinte.

 

Da sind Überschriften wie „Hochziehzimmer“ (Aufzug), „Die Beutel, mit dem Zeug in uns drin“ (Organe), „Box, die Nahrungshalter saubermacht“ (Spülmaschine), „Hohe Straßen“ (Brücken), „Raum, wo Leuten geholfen wird“(Intensivstation), „Lebensbaum“.(Evolution).

Ich war so frustriert, dass das Buch ziemlich lange hier herumstand. Ich fand es einfach kompliziert, für alle Begriffe neue Wörter zu lesen, wo ich doch eigentlich inhaltlich etwas lernen wollte.

 

Als ich nun endlich die Rezension schreiben wollte und das Buch ganz ohne Erwartungen aufgeschlagen habe, dachte ich, so doof ist es eigentlich gar nicht. Es ist sogar ziemlich witzig.

So was ist mir auch noch nicht passiert. Was Erwartungen doch ausmachen können.

Eine andere Art zu lernen

Kann man sich darauf einlassen und weiß, dass man nicht auf althergebrachte Art etwas lernt, ist es eigentlich ganz witzig, auf diese Weise neu zu denken.

Wenn man allerdings nicht weiß, um was es geht, hat man keine Möglichkeit, draufzukommen.

Hier zwei Beispiele, die sich zumindest leicht googeln ließen:

Hier geht es um das Auto: „Die Stange, die aus der Feuermaschine kommt, führt zu einer riesigen Box voller Räder, die die Räder auf der Straße drehen.“ Nun, ich habe absolut keine Ahnung von Autos und bin nicht drauf gekommen. Es sind die Zahnräder, die für das Drehen der Reifen zuständig sind.

Geologie: „Der große Luftwandel – Ungefähr zu dieser Zeit veränderte sich die Luft. Es erschien eine Art Leben, das das Licht der Sonne aß und eine neue Luft ausatmete. Diese Luft tötete vermutlich fast alles Übrige, und sie machte es zum ersten Mal möglich, dass es Feuer gab.“

Na, werdet Ihr daraus schlau? Der große Luftwandel? Gemeint ist hier das geologische Zeitalter des Proterozoikum.

 

Also ich hätte mir doch sehr gewünscht, dass die Fachbegriffe dabei stehen oder zumindest in einem Glossar irgendwie vermerkt sind.

 

Gut vorstellen könnte ich mir, dass Kinder einen großen Spaß an dem Buch haben.

Grafisch

Grafisch ist das Buch wundervoll. Einige Seiten kann man ausklappen und es macht Spaß, die Illustrationen näher unter die Lupe zu nehmen.

 

4 ♥ ♥ ♥ ♥

Ich danke dem Verlag herzlich für das Rezensionsexemplar!

Der Dingeerklärer

Thing Explainer: Komplizierte Sachen in einfachen Worten

Autor: Randall Munroe

Verlag: Penguin Verlag;

Erstmals im TB Edition (20. September 2021)

ISBN: ‎ 978-3328108160

Seiten: 72


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