Rezension: Der Silberpfeil |Lev Grossman

Rezension: Der Silberpfeil |Lev Grossman

19. Oktober 2021 8 Von Petrissa

Inhalt:

Kate bekommt zu ihrem 11. Geburtstag eine richtige Lokomotive geschenkt. Sie hat sich so sehr ein richtiges Abenteuer gewünscht und nun ist es zum Greifen nahe.

Als die Lokomotive sich von alleine in Bewegung setzt, weiß sie nicht, ob sie träumt oder wach ist. Die Lokomotive hält an verschiedenen Bahnhöfen und sprechende Tiere steigen ein und aus.

Kate und ihr neunjähriger Bruder können ihr Glück kaum fassen. Doch bald begreift Kate, dass eine ernsthafte Aufgabe hinter all dem steckt.

Meine Meinung:

Das Buch startet leicht, locker und humorvoll. In der ersten Hälfte der Geschichte musste ich immer wieder lächeln.

„Wie viel wiegt sie?“, wollte Tom wissen.

„Einhundert Tonnen“, sagte Onkel Herbert knapp.

„Wie, ganz genau?“, fragte Kate. „Sie wiegt ganz genau hundert Tonnen?“

„N-nein“, sagte Onkel Herbert. „Sie wiegt einhundertzwei Tonnen. Einhundertzwei Komma drei sechs. Du hast recht, allzu runden Zahlen sollte man nicht trauen.“

„Das dachte ich mir“, sagte Kate, was auch stimmte.

Man fragt sich lange, was die große Aufgabe ist, die Kate und ihr Bruder zu bewältigen haben. Die Welt zu retten, liegt nahe, so wie das eben in solchen Geschichten üblich ist. Damit liegt man richtig und gleichzeitig falsch. Die Welt zu retten, das ist die Aufgabe. Doch nicht vor einem bösen Zauberer.


Das Hintergrundthema dieses Buches ist die Klimakatastrophe. Fantasievoll wird darüber aufgeklärt, was passiert, wenn das feine ökologische Gleichgewicht aus den Fugen gerät.

Dabei impliziert der Autor, dass auch Kinder Verantwortung für den Klimaschutz übernehmen müssen. Er macht Mut, dass man auch als Einzelner viel erreichen kann.

„Zu Anfang hatte sie gedacht, das Ganze würde schlicht eine riesenspannede Tour werden, und das war es irgendwie ja auch, doch Abenteuer schienen nicht zuletzt mit viel Knochenarbeit verbunden zu sein.“

Kritik:

Was mir nicht so gut gefallen hat war, dass ich manchmal den Eindruck hatte, es wird etwas zu offensichtlich betont, was auf einen bestimmten Handlungsstrang hinaus laufen soll. So wird z.B. am Anfang mehrmals ausdrücklich darauf hingewiesen, wie sehr Kate ihr Leben langweilig findet und sich ein Abenteuer wünscht. Für mich fühlte sich diese wiederholte Betonung aber nicht authentisch an.

 

Mein zweiter Kritikpunkt ist, dass mich das Buch in sehr gedämpfter Stimmung zurück gelassen hat. Grossman versucht am Ende durchaus nochmal Mut zu machen. Doch diese magische Faszination, die ich zu Anfang hatte, wich am Ende dem Gefühl, wie schlecht der Mensch doch ist. Ohne Frage ist es natürlich ein bedrückendes Thema Doch die Hoffnung, die er am Ende ausdrücken wollte, kam bei mir nicht so recht an.

Fazit:

Ein wichtiges Buch, das die Klimaprobleme dem Leser näher bringt.

Startet das Buch magisch und leicht, löste die zweiten Hälfte bei mir eher eine traurige Grundstimmung aus.

 

4 ♥ ♥ ♥ ♥

 

Der Silberpfeil

Die abenteuerliche Reise in einem

magischen Zug

Autor: Lev Grossman

Verlag: Rowohlt (14.September.’21)

ISBN: 978-3499007378

Alter: ab 10 Jahre

 

 

Sie stellte alles auf einem Fenstertisch ab, ging dann zurück zum Schlafwagen und nahm sich ein Buch aus dem kleinen Regal neben dem Bett. Für bestimmte Menschen gibt es nichts Schöneres, als in einem Zug unterwegs zu sein und nur in Gesellschaft eines guten Buches zu frühstücken.

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