Rezension: Die Mitternachtsbibliothek |Matt Haig

Rezension: Die Mitternachtsbibliothek |Matt Haig

4. Februar 2021 7 Von Petrissa

Inhalt:

Nora geht es so schlecht, dass sie versucht sich umzubringen. Als sie wieder erwacht, ist sie in der Mitternachtsbibliothek. Ein Ort, zwischen Leben und Tod. Hier stehen unendliche viele Bücher und jedes Buch ist ein mögliches Leben von Nora.

Was wäre gewesen, wenn Nora sich an dieser oder jener Stelle in ihrem Leben anders entschieden hätte? In der Mitternachtsbibliothek kann sie es herausfinden. Hier kann sie in andere Leben schlüpfen und sehen, ob sie wirklich glücklicher gewesen wäre, wenn sie getan hätte, was sie bereut.

Meine Meinung:

Was für ein wunderbares Buch! Ich bin so begeistert, wie schon lange nicht mehr von einem Roman. Ich liebe diese Geschichte!

 

Wir alle haben uns schon mal gefragt: Was wäre gewesen wenn….

Wir alle haben schon mal an unserem Leben an uns selbst gezweifelt.

Ein Schritt neben meinem Leben ist ein anderes Leben. Dieser Gedanke hat mich schon immer fasziniert.

 

Die 35-jährige Nora bekommt diese Chance, herauszufinden, wie ihre persönlichen Paralleluniversen aussehen. Erst widerwillig, doch dann mit immer mehr Neugier probiert sie die diversen Lebenskonzepte aus.

„Jedes Leben umfasst Millionen von Entscheidungen. Manche groß, manche klein. Doch jedes Mal, wenn man einer Entscheidung den Vorzug vor einer anderen gibt, verschiebt sich das Resultat. Es tritt eine irreversible Veränderung ein, die wiederum zu weiteren Veränderungen führt.“ (S. 43)

Die Mitternachtsbibliothek von Matt Haig

Lust auf das Leben ♥

War ich mir am Anfang des Buches noch nicht sicher, ob die Weisheiten nicht einfach nur Plattitüden sind, so hat mich das Buch ab dem Moment völlig eingenommen, als Nora in der Mitternachtsbibliothek ankam.

Man fängt an, über sein eigenes Leben nachzudenken. Über Chancen, die man entgleiten ließ. Über Träume, die man als Kind und Jugendliche hatte.

 

Das Buch nimmt einem die Zweifel und schenkt einem dafür die Lust am eigenen Leben!

Das ist wirklich berauschend!

 

Ich will gar nichts über die Leben verraten, die Nora ausprobiert. Ich kann nur sagen, es steckt so viel Weisheit in diesem Buch. Sicher, vieles weiß man, man fühlt es nur nicht. Und dieser Roman lässt es dich fühlen.

„Den das Leben besteht nicht nur aus dem, was wir tun, sondern auch aus dem, was wir nicht tun.“ (S. 130)

Und das bedeutet (natürlich), dass unser Verhalten Auswirkungen auf andere hat. Ich rede hier gar nicht von den großen (Un)taten. Sondern von winzigen Kleinigkeiten, die uns nicht mal bewusst sind. Man erfährt es in der Regel nur nicht, ob und wie man das Leben eines anderen verändert hat.

Die Mitternachtsbibliothek von Matt Haig

Depressionen und Suizid

Wer Matt Haig kennt, weiß, dass er an Depressionen leidet.

Dies ist auch Thema im Buch, wie oben schon geschrieben. Für Leser|innen, die hier sensibel reagieren, möchte ich Entwarnung geben. Der Suizidversuch ist nicht beschrieben und das Thema Depressionen wird sehr respektvoll behandelt.

Fazit:

Ich kenne alle seine Bücher und ich finde, das hier ist sein bestes Buch.

Es lädt ein, das eigenes Leben zu reflektieren. Es nimmt einem die Zweifel und macht große Lust auf das Leben.

Es ist eine Hommage an das Leben.


5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Ich danke dem Verlag herzlich für dieses Rezensionsexemplar!

Die Mitternachtsbibliothek

Autor: Matt Haig

Verlag: Droemer (01.02.21)

ISBN-10 : 3426282569

Seiten: 320

Weitere Rezensionen:


– folgt –


Was dich noch interessieren könnte:

Fische, die auf Bäume klettern von Sebastian Fitzek
Loading Likes...