Rezension: Eskapaden in der Region Rhein-Main |Sarah Waltinger

Rezension: Eskapaden in der Region Rhein-Main |Sarah Waltinger

14. August 2019 4 Von Petrissa

52 kleine und große Eskapaden in der Region Rhein-Main

Ab nach draußen!

Das soll Rhein-Main sein?!? — Ja!

52 kleine und große Eskapaden, 52 spannende Ausflugsziele. Egal, ob du nur 4 Stunden Zeit hast, einen ganzen Tag oder ein Wochenende.

 

Nach dieser Zeitkategorie sind die Kapitel eingeteilt. Auf jeweils zwei Doppelseiten wird ein Ausflugsziel vorgestellt.

Dabei erzählt Sarah Waltinger locker und umgangssprachlich, so dass man fast den Eindruck hat, man liest kein Buch, sondern jemand erzählt es einem. Diese Leichtigkeit passt gut zu den vorgestellten Ausflugszielen und am liebsten würde man sich sofort auf machen.

Ganz ruhige Plätze sind hier zu finden, wie das paddeln auf der Kinzig in Hanau (absoluter Empfehlungstipp von mir), bis hin zu Orten, wo ordentlich was los ist, wie z.B. im Schlachthof in Wiesbaden.

Es gibt Stellen, wo auch Jugendliche ihren Spaß haben werden, wie im Frankfurter Hafenpark, mit vorinstallierter Slackline oder Halfpipe.

Ob Eselswanderungen oder Hochlandrinder, Mammutbäume oder auf dem Barfußweg durch den Schlick, spaßig und unterhaltsam hört sich das alles an. Natürlich fehlt es auch nicht an Kultur. Man kann auf Goethes Fußspuren wandeln oder am Limes entlang wandern. Wie man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hin kommt, zu welcher Jahreszeit es am interessantesten ist und wieviel Zeit man für den Ausflug einplanen soll, erfährt man von Sarah Waltinger. Es ist auch immer ein Ausschnitt einer Landkarte abgebildet.

Kritik:

Leider ist das Buch zum Teil nicht sonderlich gut recherchiert. So schreibt sie:

Man munkelte, der Alchemist Johann Konrad Dippel, 1673 auf der Burg Falkenstein geboren, habe aus Leichenteilen und dem Blut von Jungfrauen einen neuen Menschen. In einem Brief soll Jacob Grimm von den unheimlichen Vorfällen einer gewissen Mary Jane Clairmont berichtet haben, die keine geringere als die Stiefmutter von Mary Shelly war. Ob die Autorin auf diesem Weg zu ihrem Weltbestseller „Frankenstein“ inspiriert wurde und Johann Konrad Dippel als reale Vorlage für den verrückten Professor diente? Darüber streiten sich die Experten.“


Nein, darüber streiten sie sich nicht. Der Eberstäder Geschichtsverein kämpft seit Jahren gegen das Gerücht, dass der selbsterfundene „Burgschreiber“ und Boulevardjournalist Walter Scheele erfunden hat. Auf der Webseite des Eberstädter Geschichtsverein gibt es sogar wissenschaftliche Dokumente dazu. Da frage ich mich, warum Sarah Waltinger das Gerücht weiter befeuert, statt einfach ein paar Fakten zur Geschichte Burg Frankensteins zu erzählen?

Zur Burg Königstein im Taunus hätte ich mir zum Beispiel auch ein paar geschichtliche Fakten gewünscht. Doch sie beschreibt nur die Schönheit des Wanderweges.

Am Ende gibt noch eine Landkarte über das Rhein-Mein-Gebiet mit den verschiedenen Stationen. Den Tourenverlauf kann man sich mit einem Quellcode auch aufs Handy holen. Etwas irritierend und befremdlich finde ich, dass auf der allerletzten Seite Werbung vom Taunus zu finden ist.

Fazit:

Das Buch macht auf jeden Fall Lust, seine Tasche zu packen und los zu fahren! Von den Orten, die ich schon kannte, kann ich nur sagen: Sie hat wirklich tolle Plätze ausgesucht.

Nur leider darf man nicht erwarten, dass man viel über die Hintergründe und die Geschichte von historischen Örtlichkeiten erfährt.

 

4 ♥ ♥ ♥ ♥

Ich danke dem Verlag herzlich für dieses Rezensionsexemplar.

52 kleine und große Eskapaden in der Region Rhein-Main:

Ab nach draußen! (DuMont Eskapaden)

Autorin: Sarah Waltinger

Verlag: Dumont Reiseverlag (März.’19)

ISBN-10: 3770180917

Seiten: 232

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