Rezension: Helle Tage, helle Nächte | Hiltrud Baier

Rezension: Helle Tage, helle Nächte | Hiltrud Baier

30. November 2019 4 Von Petrissa

Inhalt:

Die über 70 jährige Anna ist an Krebs erkrankt. Sie bittet ihre Nichte, einen Brief persönlich nach Lappland zu bringen. Frederike, die Nichte, ist bei ihr aufgewachsen und inzwischen auch schon über 50. Da ihr Leben gerade selbst im Umbruch ist, erklärt sie sich bereit, mit ihrem VW-Bus den Brief nach Schweden zu fahren, obwohl sie etwas genervt ist, da sie den Grund nicht verstehen, warum sie ihn persönlich abgeben muss.

Endlich in Lappland angekommen, steht sie vor einem neuen Problem. Petter, der Mann, für den der Brief ist, ist nicht vor Ort sondern schon oben in den Bergen. So weit oben, dass man nur mit dem Hubschrauber hin kommt.

Frederike will nicht in die Berge, so lange sie den Grund nicht weiß, warum sie ihn persönlich abgeben soll. Doch Anna schweigt beharrlich.

Meine Meinung:

Als ich nach einigen Seiten erfahren habe, dass Anna an Krebs erkrankt ist, dachte ich noch: „Oh nein, ich will keine Krebsbücher lesen.“ Eine Freundin von mir ist ja gerade selbst an Krebs erkrankt und das brauche ich echt nicht. Doch das Buch hat mich schnell gepackt.

 

Es wird aus zwei Perspektiven erzählt. Einmal aus der Sicht von Anna.

Anna erinnert sich an ihre Kindheit, die nicht einfach war. An ihre depressive Mutter, die aus Schweden kam. An ihre verstorbene Schwester Marie, die Mutter von Frederike.

Und an eine wirklich große Lebenslüge, von deren Hintergründen man als Leser|in auch lange nichts weiß.

Die Schilderungen ihrer Erkrankung spielen nicht so eine große Rolle und haben auch nicht so eine Schwere.

 

Frederikes Perspektive spielt in der Gegenwart.

Wie groß kann eine Lebenslüge sein?

Ich war sehr gefangen von der Frage, welche Lüge so schlimm sein könnte, dass Anna Angst hat, Frederike würde nicht mehr mit ihr reden, dass ich bis Mitternacht gelesen habe.


Und ja, ihre Lebenslüge ist wirklich ungeheuerlich. Damit hätte ich nicht gerechnet.

Das Buch hat mich viel zum Nachdenken angeregt. Menschen machen immer wieder großen Fehler. Wie kann man ihnen verzeihen? Ich habe sehr mit Anna mitgelitten, die ich wirklich lieb gewonnen habe. Aber ich konnte auch Frederike absolut verstehen.


Meine einzige Kritik an dem Buch ist, dass ich bei Frederike immer wieder eine junge Frau im Kopf hatte, aber nicht jemand, die schon über 50 ist. Sie hat mir ein bisschen zu viel gejammert. Es war gerade noch so im Rahmen, dass es mich nicht genervt hat, aber erwähnenswert finde ich es doch.


Wunderschön war die Erzählung der Landschaft in Lappland.

Fazit:

Für mich ist das Buch auf jeden Fall ein Jahreshighlight.

Es ist ein eher stilles Buch, dass einen selbst viel zum Nachdenken bringt.

Annas Geschichte hat meine Seele sehr berührt. Was kann man mehr erwarten?!

 

5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Warnung: Die Produktbeschreibung bei Amazon enthält Spoiler!

Helle Tage, helle Nächte

Autorin: Hiltrud Baier

Verlag: Fischer Krüger (Juli. ’18)

ISBN-10: 3810530387

Seiten: 352

Weitere Rezensionen:

 

++ Die blaue Banane

5* Sandras Blog

3* unfabulous (LB)

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