Rezension: Im Visier des Feindes |Tom Clancy / Mike Maden

Rezension: Im Visier des Feindes |Tom Clancy / Mike Maden

20. Februar 2021 4 Von Petrissa

Inhalt:

In Sarajevo trifft Jack Ryan jr. Aida wieder – das Mädchen, dessen Augenlicht Ryans Mutter vor fünfundzwanzig Jahren im Krieg gerettet hat. In ihrer Heimat braut sich erneut ein Krieg zusammen, und Jack will Aida beistehen. Dabei muss er sich nicht nur mit der serbischen Mafia herumschlagen, sondern auch mit Attentätern des geheimnisvollen Eisernen Syndikats.

Etwas sagt ihm, dass er es hier mit mehr zu tun hat als mit lokalen Reibereien: Im schlimmsten Fall können die Konflikte im Balkan zu einem neuen Weltkrieg führen. Also trotzt er der Anweisung, sich zurückzuziehen, stellt sich dem Feind allein – und bringt dadurch Aida in Gefahr.

(Verlagsinformation)

Meine Meinung:

Als erstes muss ich sagen, das Buch wurde überhaupt nicht von Tom Clancy geschrieben. Das war für mich vorher so nicht ersichtlich. Tom Clancy ist seit 2013 tot, was ich nicht wusste.

Seit ich 2019 „Anschlag auf den Präsidenten“ gelesen habe (was, wie ich jetzt weiß, auch nicht von Clancy ist, allerdings auch nicht von Mike Maden, der dieses Buch hier schrieb), habe ich angefangen mich durch die ersten Bände zu hören.

 

Es sind Spionagethriller und natürlich sind sie pro-amerikanisch.

Doch „Im Visier des Feindes“ ist so populistisch, dass ich immer nur verwundert war, dass die ersten Bände von Clancy aus den 80ern fortschrittlicher waren, als dieses Buch hier. Und dann fing ich an zu recherchieren.

Ich war echt empört, dass man nicht deutlicher darauf hinweist, dass das Buch von Mike Maden geschrieben wurde. Selbst wenn man es weiß, muss man seinen Namen suchen gehen.

Auf Amazon steht sogar dick gedruckt: Zur Biografie des Autors Tom Clancy.

Der Balkan

Zum Inhalt: Die Geschichte hat unglaublich viele Schauplätze und er springt von einem zum anderen. Dabei fehlt es an Tiefe.

 

Ich empfand das Buch als sehr populistisch. Die ganz Bösen sind die Serben. Gleich gefolgt von den Kroaten und dann der EU, die im Jugoslawienkrieg viel zu spät eingriff und den Bosniern keine Waffen liefert, damit sie sich verteidigen konnten.

Ein einziges Mal fällt der Satz, dass es natürlich unter allen Völkern gute und schlechte Menschen gibt.

 

Der Krieg war grausam, keine Frage. Aber in der Gegenwart immer noch ein Volk zu verteufeln, damit ist niemandem gediehen.

Rassismus

Kaum glauben konnte ich, dass Jack Jr. quasi die Frauen mit Kopftüchern zählt. Da läuft eine und dort läuft auch eine und hier ist noch eine. Dann fragt er seine Begleiterin, ob sie viele Probleme mit den Islamisten hätten, als er eine voll verschleierte Frau sah.

„Er bemerkte einen großen Muslim, in einem traditionellem Baumwollgewand und Hosen, der einen Kinderwagen schob. Dicht hinter ihm ging eine von Kopf bis Fuß in schwarz gehüllte Frau, von der nur die Augen im Schlitz von dem Niqab zu sehen waren. Die beiden verschwanden im Restaurant. Das brachte Jack auf einen lustigen Gedanken. Wie aß die Frau in einem Restaurant? Schob sie die Chiwapschischi unter dem Schleier durch? Und wie verfuhr sie mit Spagetti oder einem Hamburger? Oder entblößte sie das Gesicht, wenn sie in der Öffentlichkeit aß?“

Nun, ich finde das nicht lustig, sondern respektlos.

Liebe und Brutalität

Und dann diese Liebesgeschichte. Er verliebt sich in Aida und vergisst darüber hinaus alles, was er als Spion gelernt hat! Dass man ihn fast ermordet hätte und die Mafia hinter ihm her ist, ist ihm völlig gleichgültig. Ich finde das nicht realistisch.

Mich hat auch gestört, dass die Liebesgeschichte so ausführlich behandelt wurde. Dagegen ist der Campus (inoffizielle Spionageeinrichtung vom Präsidenten) völlig unter gegangen.

 

Auf der anderen Seite ist der Thriller dann wieder sehr brutal. Als jemand Jack Jr vom Jugoslawienkrieg erzählte, habe ich vor gespult, weil es mir zu brutal war. Und ich lese durchaus öfter Bücher über den 2. Weltkrieg.

Der Sprecher

Frank Arnold ist fantastisch! Ich höre ihm immer wieder gerne zu.

Fazit:

Mit Spionage hat das Buch wenig zu tun und in meinen Augen hat es gar nichts mit Tom Clancy zu tun.

Von diesem Autor werde ich nichts mehr lesen.


2 ♥ ♥ (für Frank Arnold)

Ich danke dem Verlag herzlich für dieses Rezensionsexemplar.

Im Visier des Feindes

Autor: Mike Maden

 

Hörbuch: Random House Audio

ISBN: 978-3-8371-5429-0

Zeit: 13 Std 24 Min (ungekürzt)

 

HC: Verlag: Heyne (Januar.’21)

ISBN-13 : 978-3453273054

Seiten: 480

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