Rezension: Krieg der Städte (Mortal Engenis) |Philip Reeve

Rezension: Krieg der Städte (Mortal Engenis) |Philip Reeve

22. April 2022 2 Von Petrissa

Band 1 von 4

Inhalt:

“Mortal Engines – Krieg der Städte” von Reeve spielt weit in der Zukunft.

Städte sind nun riesige fahrende Maschinen, die sich gegenseitig auffressen. Größere Städte verschlingen die kleinen. Sie werden in den Bug gezogen und dort auseinander genommen, um neues Material zu bekommen.

 

Tom lebt in London. Gerade hat London eine neue Stadt verschlungen und er ist auf der Suche nach historischen Schätzen, als sein großes Vorbild Valentine von einem Mädchen angegriffen wird, das ihn erstechen will. Tom verfolgt Hester, die über einen Schacht in die Außenlande flieht. Statt Valentin Tom dafür dankt, schubst er ihn in den Schacht hinterher.

 

Jetzt beginnt für Tom und Hester eine lange Odyssee durch die kargen Außenlande, um zurück nach London zu kommen. Dabei begegnen sie Menschenhändlern, Piraten und einem Androiden, der auf sie angesetzt wurde.

Meine Meinung:

Klingt spannend? Dachte ich auch. Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut!

Leider war es eine absolute Enttäuschung.

 

Obwohl Tom und Hester von einem Unglück ins nächste stolpern, gelingt es Reeves in meinen Augen nicht, einen längeren Spannungsbogen aufzubauen. So musste ich mich nach jedem Kapitel neu motivieren, weiterzulesen. Da war nichts, was mich am Buch gehalten hätte, außer dass ich die Idee mit den fahrenden Städten zu Anfang noch nett fand.

 

Abgeflaut ist meine Laune im hinteren Drittel, als ich merkte, es fließt einfach nur jede Menge Blut, ohne, dass die Geschichte irgendwie an Tiefe gewinnt.

 

Die Charaktere bleiben eindimensional und konturlos. Sie handeln immer auf die gleiche Art und Weise. Tom ist naiv und ängstlich, Hester ist immer gereizt und eine weitere Figur immer selbstsicher. Selbst im größten Unglück noch.

 

Was mich auch störte, war, Hester hat ein entstelltes Gesicht. Das wurde immer und immer wieder thematisiert, als ob Hester nur aus ihrem Gesicht bestehen würde und aus sonst nichts.

 

Aufgrund dessen, konnte ich mich gar nicht in die Figuren einfühlen. Eigentlich war es mir egal, ob sie gerade angegriffen wurden oder nicht weiter wussten.

Ich habe das Buch gemeinsam mit RomanTipps und Laura gelesen und wie RomanTipps so schön sagte:“Da ist kein Bangen um die Charaktere. Kein Hoffen, dass alles gut wird. Kein “An der Seite kleben”, weil man unbedingt (sofort) wissen muss, wie es weitergeht.“

 

Auch der Weltenaufbau war in meinen Augen nur oberflächlich. Viele Fragen blieben für mich offen. Dabei ist die Idee so gut und hat so viel Potenzial.

 

Am meisten ärgerte mich das Zerstörerische. Das ist es auch, was mir am Ende die ganze Laune am Buch verdorben hat. Alles wird niedergemetzelt. Und das zum Teil sehr detailliert. Da guckt dann schon mal der Beinstumpf aus dem Stiefel.

Jemand im Buch sagt, dass Hester eine Spur der Verwüstung hinter sich herziehen würde. Mal davon abgesehen, dass es nicht an Hester lag, stimmt der Satz. Man könnte auch sagen, die Geschichte zieht eine Spur der Verwüstung hinter sich her.

Fazit:

Ich kann jetzt schon ziemlich sicher sagen, für mich ist das Buch der Flop des Jahres. Ich ärgere mich, dass ich es zu Ende gelesen habe, aber ich dachte so lange, die Idee ist doch echt nett.

 

Der Autor setzt auf viele dramatische Handlungen, wobei die Tiefe der Figuren und der Weltenaufbau auf der Strecke bleiben.

Lange wollte ich dem Buch 3 und dann wenigstens 2 Sterne geben, aber die Gründlichkeit, mit der alles zerstört wird, hat es mir völlig verleidet.

 

1 ♥

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