Rezension: Meister der Täuschung |Sabine Ebert

Rezension: Meister der Täuschung |Sabine Ebert

17. Juli 2019 16 Von Petrissa

Krone und Schwert – Der Barbarossa Epos Teil 1 von bisher 4 Bänden

Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 1137.

König Lothar ist tot und sofort beginnen die Ränkespiele um seinen Thron. Lothar hat das Erbe an seinen hochmütigen Schwiegersohn Heinrich der Stolze weiter gegeben, da er selber keinen männlichen Erben hat. Doch der Bischof von Trier hat anderes im Sinn.

 

Staufer und Welfen, zwei Adelsgeschlechter die immer mal wieder um den Thron kämpfen. Und dazwischen die Geistlichen, die, die eigentlich die Politik des Landes bestimmen.

 

Konrad von Staufen wird in die Königsrolle gedrängt und ist psychisch doch zu schwach für diese Rolle. Um so leichter ist das Spiel für den Bischof Albero von Trier, der heute auch der Königsmacher genannt wird.

Reflexion:

Bis auf wenige Ausnahmen ist es gut 20 Jahre her, seitdem ich das letzte mittelalterliche Buch gelesen habe. Daher war ich zu Anfang auch skeptisch, hatte mir das Buch nur auf Grund einer Challenge rausgesucht. Und dann hat es mich total positiv erwischt.

 

Ich war völlig fasziniert und auch schockiert über die Zustände. Wenn eine Frau nur mit einem Mann redet, steht sie schon in der Gefahr, in ein Hurenhaus zu kommen!

Da werden 12 jährige Mädchen mit 50 jährigen „Greisen“ verheiratet.

 

Zu Anfang fiel es mir schwer, die ganzen Personen auseinander zu halten. Das Reich war groß, die agierenden Personen vielfältig. Doch nach und nach gewann ich manche sehr gerne und freute mich immer, wenn der Handlungsstrang wieder bei ihr landete.

Den *einen* Protagonisten gab es nicht.

Friedrich (später Barbarossa) war noch ein Knappe, als sein Oheim Konrad zum König gewählt wurde. Mit seinen beiden Freunden Sven (später König von Dänemark) und Dietrich (Sohn des Markgrafen Konrad von Wettin) hatte er Großes vor.

 

Die beiden jungen Mädchen Adela von Vohburg und Kunigunde bewunderten die drei heimlich.

Doch besonders auf Kunigunde wartete ein schweres Schicksal.

 

Dann gab es noch die gestandenen Frauen, die auf ihre Weise bewundernswert waren.

Richenzia von Northeim, die verwitwete Frau des Kaisers, unterstütze ihren um den Thron gebrachten Schwiegersohn sehr.

Eilika, die Mutter von Albrecht dem Bären, hatte Haare auf den Zähnen. Sie war ebenfalls Witwe und wusste sich auch ohne Mann zu helfen und sich durchzusetzen.

 

Dazu gab es noch die fiktive Gestalt Lukian, ein Spielmann und vor allem Spion und die diversen Markgrafen.

Kampf, Keuschheit und Korruption

Erstaunt hat mich, wie um die einzelnen Länder geschachert wurde.

Nach dem Motto: „Gib mir Brandenburg, dann bekommst du das Vogtland.“ oder „Ok, wenn du mir zum König verhilfst, nehme ich xy Bayern weg und du bekommst es.“

 

Immer wieder war ich froh, in der heutigen Gegenwart zu leben! Die Männer wurden quasi als Schlachtvieh aufs Feld geschickt, die Frauen (Mädchen!!) hatten absolut keine Ahnung, was in der Hochzeitsnacht geschehen würde und die Kirche! Auf die Kirche war ich besonders sauer, mit welcher Hinterhältigkeit sie ihren Willen durchzusetzen wusste.

 

Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Und die Gegebenheiten gut recherchiert.

Fazit:

Das Buch hat mich viel zum Nachdenken gebracht und vor allem auch zum recherchieren, weil ich weitere Hintergründe wissen wollte. Eine wirklich großartige Lektüre!

5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Meister der Täuschung

Schwert und Krone Band 1

Barbarossa-Epos

Autorin: Sabine Ebert

Verlag: Knaur (März.’17)

ISBN-10: 3426654121

Seiten: 592

Diese Rezension ist ein Partygast bei Monerls Linkparty!  #Miteinanderstattgegeneinander

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