Rezension: Rule of Wolves von Leigh Bardugo

Rezension: Rule of Wolves von Leigh Bardugo

19. Juli 2021 6 Von Petrissa

Thron aus Nacht und Silber

The King of Scars Dilogie 2

Während Fjerda sich auf einen Krieg mit Ravka vorbereitet, versucht Zar Nikolai dringend Verbündete zu finden. Denn durch alle bisherigen Schlachten hat Ravka weder das Geld noch die Soldaten, um einen Krieg gewinnen zu können.

 

Derweil wohnt Nina Zenik als Spionin in der Höhle des Löwen. Nämlich bei der Familie des Oberbefehlshaber Brum in Fjerda. Zusammen mit Hanne geht sie einen riskanten Plan ein, um an mehr Informationen für Nikolai zu kommen.

 

Zoya kämpft gleich an mehreren Fronten, aber am meisten vielleicht mit sich selbst. Dazu ist unter ihrer Aufsicht etwas passiert, was einer Katastrophe gleich kommt.

 

Und dann wäre da noch der Pesthauch. Er betrifft nicht nur Ravka, sondern die ganze Welt. Eine Art schwarze Wolke und wo sie auftaucht, ist alles ausradiert. Menschen, Bäume, Häuser. Er hinterlässt nur schwarze Erde, so wie bei der Schattenflur.

Meine Meinung:

Was für ein Meisterwerk, mit dem Leigh Bardugo sich hier selbst übertroffen hat.

Der Roman ist intensiv, sehr vielschichtig und er hält jede Menge unvorhersehbare Wendungen parat!

 

Was ich bei Bardugo wirklich sehr schätze, dass im Laufe einer Geschichte deutlich wird, warum die Figuren so sind, wie sie sind. Das hat sie schon bei der Krähen-Dilogie wunderbar hinbekommen und hier wieder. Warum ist jemand böse oder wehrt jede Nähe ab? Solche Erklärungen geben einem Roman Tiefe.

 

Gute Fantasy ist für mich, wenn Probleme in der Gesellschaft im Roman verarbeitet werden. Viele Menschen, die Fantasy nicht mögen, behaupten, hier gehe es eben nur um Fantasie. Aber bei guten Fantasy.-Romanen ist eben dies genau nicht der Fall. Natürlich gibt es Magie und dergleichen. Aber in Rule of Wolves geht es eben auch um den Hass auf Menschen (= Grishas), weil sie anders sind. Um die Bekämpfung dessen, was man nicht versteht und sich deswegen davor fürchtet.

Oder um die Ausgrenzung der Sulis, die hier für die Sinti und Roma stehen. So gibt es etliche Beispiele.

 

Dazu bringt Bardugo viele wichtige Themen auf den Tisch.

Unter anderem gibt es auch nicht binäre und queere Figuren. Und die Geschichte dieser Figuren bzw. deren Handlungen fühlt sich total stimmig an. Nicht wie bei vielen anderen Romanen, wo man merkt, der/die Autor*in schreibt das jetzt nur, weil das Thema gerade „in“ ist.

„Vielleicht war das der Trick daran: zu überleben, es zu wagen, am Leben zu bleiben, die eigene Hoffnung zu schaffen, wenn alle Hoffnung ausgegangen war.“

Sehr gefreut hat mich, dass alle wichtigen Figuren aus den anderen Bänden hier nochmal einen Auftritt haben.

 

Der Krieg selbst wird detailliert dargestellt, was mir gut gefallen hat. Den Punkt hatte ich bei den Grisha-Versen, im Krieg mit dem Dunklen, vermisst. Bei den Waffen ist Bardugo ebenfalls sehr einfallsreich.

 

Die Geschichte wird aus drei Perspektiven beschrieben. Nikolai, Zoya und Nina. In der zweiten Hälfte kommen noch zwei weitere hinzu.

Ganz besonders mochte ich den Handlungsstrang um Nina und Hanne. Wenn ein Kapitel mit Nina zu Ende war, bin ich manchmal zum nächsten Nina-Kapitel vorgesprungen, weil es so unfassbar spannend war. Gegen Ende hat mich ihre Geschichte auch echt mitgenommen.

Mir sind aber alle Figuren ans Herz gewachsen. Ich liebe sie alle, gerade auch wegen ihren Schwächen und Ängsten.

 

Die letzten 100 Seiten waren fulminant. Eine unvorhergesehene Wendung jagte die nächste.

Das Buch ist ganz sicher mein Jahreshighlight!

Cover

Ein Wort noch zum Cover. Das Relief sieht wirklich toll aus und je nachdem wie das Licht drauf fällt, verstärkt es sich auch. Ebenso die Schrift, die je nach Licht schwarz, blau oder in einem dunklen Lila-Ton scheint.

Man beachte auch die vier Tiere, die jeweils in den Ecken sind. Links unten der Wolf (Fjerda), rechts unten der Fuchs (Ravka), oben rechts der Drache (Zoya) und oben links der Dämon (Nikolai).

Fazit:

Für mich ist das Buch ein absolutes Jahreshighlight. Es ist schön zu sehen, wie Bardugo von Roman zu Roman besser wird.

Rule of Wolves ist ein mehr als würdiges Final zu einer großartigen Reihe.

 

5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Ich danke dem Verlag herzlich für dieses Rezensionsexemplar!

Rule of Wolves

Thron aus Nacht und Silber

(King-of-Scars-Dilogie 2)

Autorin: Leigh Bardugo

Verlag: Knaur (01. Juni. 2021)

ISBN-13: ‎ 978-3426227015

Seiten: 576

 

Weitere Rezensionen:


Weltenwanderer

Goldene Letters

Roman Tipps


Reihenfolge

 

Grisha-Verse:

Goldene Flammen

Eisige Wellen

Lodernde Schwingen

 

Krähen-Dilogie:

Das Lied der Krähen

Das Gold der Krähen

 

Die Sprache der Dornen

(Illustrierte Märchen zu den Grisha-Versen)

 

King of Scars – Dilogie

Thron aus Gold und Asche

Thron aus Nacht und Silber

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