Rezension: Sleep World von Natalie Tielcke

Rezension: Sleep World von Natalie Tielcke

28. Mai 2022 2 Von Petrissa

Inhalt:

John Parker lebt in den 2040 Jahren.

Der Trend der Zukunft: Schlafen, um das Klima zu schonen.

 

Jeder Mensch besitzt einen Klima-Score. Verhältst du dich Klima schädigend, bekommst du Punkte abgezogen. Wenn dein Score im roten Bereich ist, bist du lahmgelegt und darfst nichts mehr machen.

Um dein Konto aufzufüllen und dir damit zum Beispiel eine Fernreise leisten zu können, kannst du „schlafen“. Du wirst für Wochen, Monate oder Jahre, ganz wie du willst, ins Koma gelegt.

 

John hat gerade seine Ausbildung zum Schlafbegleiter beendet. Schlafbegleiter kümmern sich um die Menschen, die im Koma liegen und überwachen ihre medizinischen Werte. John hat den Beruf ergriffen, weil er sicher ist, nicht weil er daran glaubt, dass man mit Schlafen das Klima schont. Eigentlich findet er das Konzept gar nicht gut.

 

Dann macht seine Freundin mit ihm Schluss und alles ändert sich. John will nun schlafen. Und nicht nur für ein paar Wochen oder Monate. Er will den Rekord brechen und gleich 15 Jahre schlafen.

Meine Meinung:

Puh, ich hatte mich echt auf das Buch gefreut. Ich war sehr gespannt, wie wohl mein Klima-Score aussehen könnte. Aber es wurde nur recht oberflächlich darauf eingegangen. Regionale Produkte kaufen, keinen Müll verursachen. Trank man ein Bier oder kaufte Schokolade, ging der Score sofort vom grünen Bereich in den orangen Bereich.

Unverständlich war mir auch, warum man bei einem roten Score nicht mehr U-Bahn fahren durfte und so nicht mehr zur Arbeit kam.

Aber über all das hätte ich noch hinweg sehen können.

 

Dagegen ging mir John mit der Zeit richtig auf die Nerven. Er suhlte sich in Selbstmitleid. Alle waren schuld an seinem Unglück. Er hat ja „alles“ verloren.

Dabei stand er echt gut da im Leben. Er hatte einen richtig guten Freund, einen guten Job, eine tolle Familie, die ihn aufgenommen hat.

Und ich fand es einfach unglaubwürdig, dass er, der den Klimaschlaf für nicht sinnvoll erachtete, sich plötzlich 15 Jahre (!!) schlafen legen will.

 

Um so länger ich der Geschichte zuhörte, um so unglaubwürdiger fand ich den Klimaschlaf überhaupt. Wer will denn Monate oder Jahre von seinem Leben verpassen, wenn diese Person nicht total depressiv ist? Nur, um dann nach Hawaii fliegen zu können?

 

Ich fand es auch unglaubwürdig, dass in einer Gesellschaft, in der sich alles um den Klimaschutz dreht, es überhaupt akzeptiert wird, dass man Fernreisen machen darf.

Und die Reichen konnten sich natürlich freikaufen.

 

Sicher, John ging es nach der Trennung nicht gut. Aber statt der Protagonist über die Wochen hinweg eine Entwicklung durchmacht, verharrt er in seinem Selbstmitleid. Kann überhaupt nicht begreifen, dass sein bester Freund ihn nicht in seiner Entscheidung unterstützt. Und während er jammert, wie gemein doch alle zu ihm sind, wird er richtig verletzend den Menschen gegenüber, die ihn lieben.

 

Das Buch endet mit einem Cliffhanger, aber ich will gar nicht wissen, wie es weiter geht. Wäre es kein Rezensionsexemplar gewesen, hätte ich es abgebrochen.

2 ♥ ♥

Das Hörbuch könnt Ihr ausschließlich über storytel (oder NetGalley) hören.

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