[Rezension] Timeless – Retter der verlorenen Zeit

[Rezension] Timeless – Retter der verlorenen Zeit

5. November 2017 3 Von Petrissa
Timeless
Retter der verlorenen Zeit 
(Band 1 von ? )
Autor: Armand Baltarzar
Verlag: cbj (23.10.2017)
Alter: ab 12 Jahre
ISBN-10: 3570174476
Seiten: 624 

Die Welt ging unter. 
Aber nicht so, wie wir das immer denken, durch Krieg und Zerstörung, sondern durch die Kreativität und Intelligenz der Menschheit. Ein Bruch im Raum-Zeit-Kontinuum riss die Erde auseinander. Als sie sich neu zusammen setzte, war nichts mehr, wie es war. 
Es gab wieder Dinosaurier, neben meterhohen Robotern aus der Zukunft. 
Die Kontinente setzten sich neu zusammen und die Menschen, die die Katastrophe überlebt haben, kamen aus verschiedenen Zeitaltern. Da waren die “Dampfzeitler” aus dem viktorianischen Zeitalter, die “Mittelzeitler” aus unserer heutigen Gegenwart und die “Ältesten” aus dem 23. Jahrhundert. 
Es gibt Menschen, vor allem die Dampfzeitler, die nichts mit den anderen zu tun haben wollen und unter sich bleiben wollen. Es gibt Menschen, die versuchen für eine gemeinsame Zukunft aller zu Arbeiten. Und es gibt das Aeternum, ein Zusammenschluss von Menschen, die alles rückgängig machen wollen. 
Der 13 jährige Diego ist ein “Zeit-Mischling” (ja, der Rassismus stirbt auch hier nicht aus). Seine Mutter ist eine Dampfzeitlerin, sein Vater ein Mittelzeitler. Und dazu einer der besten Ingenieure der Welt. Er hat eine wahrhaftige Gabe mit Maschinen, man könnte ihn als Maschinenflüsterer bezeichnen. Diego scheint diese Gabe geerbt zu haben. 
Als sein Vater und weitere Ingenieure vom Aeternum entführt werden, will Diego ihn retten. Mit seinem besten Freund Petey und den beiden Mädchen Lucy und Paige macht er sich auf den Weg. Harte Herausforderungen erwarten sie und die Zeit spielt gegen sie. Sie stecken in einem Abenteuer drinnen, dass sie von der Dimension her vorher nicht erahnen konnten.
Das Buch ist mit wunderschönen Illustrationen  geschmückt, teils doppelseitig. 

“Armand Baltazar wurde in Chicago unweit des berühmten Wrigley Field
Stadions geboren. Nach dem Besuch des Art Center College of Design in
Pasadena war er an mehreren großen Animationsfilmen als
Hintergrundzeichner, Visual Development Artist und Art Director für die
Studios von DreamWorks, Walt Disney, und Pixar Animation beteiligt.
Armand Baltazar lebt mit seiner Familie in Nordkalifornien, wo er an den
Illustrationen, Animationen und weiteren epischen Timeless-Abenteuern
arbeitet.”
(Zitat: Randomhouse

Durch die vielen Bilder ist es ein Buch der ganz anderen Art. 
Die Idee der Geschichte ist genial und es hat mich fasziniert, die Elemente aus den verschiedenen Epochen gemeinsam zu sehen. 
Leider sind die Bilder manchmal besser als der Text. 
Ich finde den Text nicht gut ausgearbeitete und habe an einigen Stellen Tippfehler entdeckt. Ohne die Bilder könnte man den Text stellenweiße nicht verstehen. Er deutet was an und den Rest erzählt das Bild. Auch die Technik der Ältesten ist nicht gut erklärt und zu Diegos Gabe bleiben einige Fragen offen. 
Es soll wohl mehrere Bände geben und der Epilog deutet das auch an, leider konnte ich dazu nichts näheres finden. 
Mich persönlich hat auch gestört, dass die Protagonisten deutlich auf den Bildern abgebildet sind. Das hat mit meiner Phantasie oft nicht so überein gestimmt. 
Was ich toll an dem Buch fand, dass es mal nicht der weiße Protagonist ist. 
Diegos Vater kommt von den Philippinen und Paige ist dunkelhäutig. 
Eine sehr wichtige Botschaft, die immer noch viel zu selten vorkommt. 
Die Schwierigkeiten und dem Rassismus, den beide ausgesetzt sind, werden immer mal wieder thematisiert. 
Eine wichtige Rolle spielt auch Redford, ein Roboter, den Diego selber gebaut hat.

Die Geschichte, wie das Buch entstanden ist, hat mir auch sehr gut gefallen.
Armand Baltarzar hat mit seinem damals kleinem Sohn Lego gespielt und der Sohn hat den Roboter gebaut. Als keine Teile für den Kopf mehr übrig waren, hat der Sohn einfach einen Traktor als Kopf genommen. Diesen Traktor hat Redford auch als Kopf.
Armand Baltarzar hat sich die Geschichte ursprünglich für seinen Sohn ausgedacht. 
Diego im Buch sieht auch genau so aus wie  Baltarzars Sohn Dylan. 

Alles in allem ist es ein interessantes Buch und eine ganz andere Leseerfahrung. 
Trotz der vielen Seiten liest es sich schnell, da es eben so viele Bilder gibt und die Schrift recht groß ist.
Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass gerade Kinder/Jungs, die nicht so gerne lesen, mit dem Buch gut zurecht kommen. 

4 ♥ ♥ ♥ ♥
und der Tag: gegen Rassismus

Loading Likes...