Rezension: Unser Planet |A.Fothergill & K. Scholey

Rezension: Unser Planet |A.Fothergill & K. Scholey

12. Januar 2020 4 Von Petrissa

Unser Planet

Unsere Erde ist einzigartig. Und auch wenn wir alle staunen, wenn wir Bilder unseres Planeten aus dem Weltraum sehen, scheinen die meisten es hier unten auf dem Boden zu vergessen.

Die Veränderungen auf unserem Planeten sind rasant. Das was früher Jahrhunderte oder gar Jahrtausende gebracht hat, passiert nun innerhalb von Jahrzehnten.

„Wir haben die meisten Feuchtgebiete trockengelegt, die meisten Wälder abgeholzt, das Grasland umgepflügt, die Flüsse verbarrikadiert, Tausende Arten an das andere Ende der Welt verpflanzt, die Dunkelheit erhellt, Gletscher zum Schmelzen gebracht, den Meeresspiegel steigen lassen, die Jahreszeiten verändert. Und wir hinterlassen Spuren, die noch in Millionen Jahren in den Sedimenten zu finden sein werden: unser Kunststoff, unsere Anhäufungen von Beton, unsere Radioaktivität.“

 

Bei diesen Worten kann einen schon sehr bange werden, oder?

 

 

„Die Wissenschaft hat für unseren chaotischen Haushalt einen eigenen Namen gefunden: das Anthropozän.“ (zu altgriechisch ἄνθρωπος ánthropos, deutsch ‚Mensch‘ und καινόςneu‘) Die Wissenschaftler wollen damit ausdrücken, dass die Menschheit zu einem geologischen Faktor geworden ist.

Das Buch ist in acht Zonen eingeteilt.

Eiswelt

Süßwasser

Grasland

Wüste

Wald

Dschungel

Küstenmeere und

Hochsee

Es ist ein Porträt unseres Planeten, der in Gefahr ist. Aber auch eines Planeten, der noch gerettet werden kann.

Natürlich wird die Erde nie wieder so sein, wie sie einmal war. Die Unschuld ist verloren. Aber die Autoren glauben, dass die Prozesse der Erde reaktiviert und die Natur wiederbelebt werden könne. So wie Bären, Wölfe und Luchse zurück in die Sperrzone um Tschernobyl kehren.

Meine Meinung:

Es ist wirklich ein unbeschreiblich tolles Buch!!

Vom Stil, vom Inhalt, von der Qualität der Bilder!

 

Ich habe wohl selten ein Sachbuch gelesen, dass literarisch so einen guten Stil hatte! Dadurch macht es richtig Spaß das Buch zu lesen, obwohl man diese Erwartung bei einem Sachbuch über die Erde wohl weniger hat. Es liest sich weniger wie ein Sachbuch, als wie ein gut geschriebener Krimi.

 

„Unser Planet“ erzählt davon, wie wichtig die einzelnen Gebiete für den Erhalt des Lebens auf der Erde sind. Auf welche Art wir sie bisher zerstört haben, was dies für das Ökosystem bedeutet, aber auch, was wir tun können, um dieser Landschaft zu helfen, sich wieder zu regenerieren. Hier fasziniert es mich, wie die Autoren es schaffen, den Bogen zu spannen.

Zum Beispiel Flüsse:

Die großen Flüsse sind die Arterien unseres Planeten.“

Die Flüsse sind es, die für die Erhaltung des Wasserkreislaufes verantwortlich sind. Und sie bringen Leben. Denn die Hälfte aller Fischarten leben in Flüssen. Flüsse ernähren aber auch Millionen von Menschen durch Fischfang und das Bewässern von Feldern.

 

Doch in den letzten Jahrzehnten haben wir Menschen immer mehr Dämme gebaut oder das Wasser für die Stromerzeugung durch Turbinen gejagt. Wenn es da wieder heraus kommt, ist es ohne Nährstoffe und und fruchtbaren Schlamm. Das wirkt sich auf dem Rest des Weges zum Meer furchtbar auf das ganze Ökosystem aus.

Zwei Drittel der großen Flüsse der Welt fließen durch die Dämme oder andere Infrastrukturmaßnahmen nicht mehr ungehindert.

An der Grafik links könnt Ihr die insgesamt Menge Wasser auf der Erde sehen. 96,5%. Doch nur 2,5% (der hellblaue Kreis) ist Süßwasser. „Von diesen 2,5 Prozent ist mehr als zwei Drittel als Eis gebunden und nahezu ein Drittel befindet sich tief unter der Erde. Nur 0,3% Prozent des Süßwassers ist Oberflächenwasser, und davon fließt wiederum nur ein kleiner Teil in Flüssen und Bächen.“ Nur 0,01% ist Oberflächenwasser (Seen, Sümpfe, Flüsse)! (Der kleine gelbe Punkt).

Die Verantwortung liegt bei jedem einzelnen

Wenn Feuchtgebiete trocken gelegt werden, ist das nicht nur eine Katastrophe für die Natur. Bäume stürzen um, Feldfrüchte gehen kaputt, Tiere sterben. Dadurch haben auch die Menschen nichts mehr zu essen. Vor zwanzig Jahren wurde das Hamun-Feuchtgebiet an der Grenze zwischen dem Iran und Afghanistan durch Dämme ausgetrocknet. 300.000 Menschen kamen als Flüchtlinge in ein Lager.

 

Schon heute wird mehr Wasser aus der Erde gepumpt, als der Regen für Nachschub sorgen könnte.

 

Hier, so schreiben die Autoren, muss das Umdenken nicht nur beim Land erfolgen. Sondern auch in den Städten, der Landwirtschaft und ja, auch in Privathaushalten. Zum Beispiel, in dem man Regenwasser auffängt oder sich bewusst macht, welche Lebensmittel besonders viel Wasser verbrauchen. Baumwolle, Reis, Zuckerrohr und Weizen.

 

Das Buch ist ein Begleitband zu einer Netflix-Serie. Und ich kann nur jedem empfehlen, sich diese Serie anzuschauen. Die Bilder sind atemberaubend!!

Fazit:

Ein bemerkenswertes Buch, von inhaltlich und grafisch hoher Qualität, dass einem bewusst macht, wie die Umweltzerstörung und der Umweltschutz global zusammenhängt.

Und das jeder und jede einzelne von uns Verantwortung dafür trägt, dass unsere Kinder eine Zukunft haben.

 

5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Ich danke dem Verlag herzlich für dieses Rezensionsexemplar!

DuMont Bildband Unser Planet – Our Planet:

Mit einem Vorwort von Sir David Attenborough

Autoren: Alastair Fothergill & Keith Scholey Fred Pearce

Verlag: DUMONT REISEVERLAG; Auflage: 1 (29. März 2019)

ISBN-10: 3770182251

Seiten: 320

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