[Rezension]Unsere fünf heiligen Bäume |Wolf-Dieter Storl

[Rezension]Unsere fünf heiligen Bäume |Wolf-Dieter Storl

3. Januar 2021 4 Von Petrissa

Inhalt:

Birke, Buche, Eiche, Linde und Eibe: Wolf-Dieter Storl gibt in diesem Buch spannende Einblicke in Mythologie, Brauchtum und Weisheit dieser fünf wirkungsvollen, heiligen Bäume. Er erzählt anschaulich, wie sie uns prägten und uns auch heute viel lehren. Bäume tragen zu unsere Heilung bei, wenn wir uns die Zeit dafür nehmen und uns ihren Botschaften und Wirkweisen öffnen.

(Klappentext)

Meine Meinung:

Vorausschicken muss man, dass Storl das Buch nicht selbst geschrieben hat. Die Einleitung und zwei Kapitel über die Meditation sind von ihm. Der Rest entstand in einem Interview mit Rébecca Kunz. Sie schreibt im Vorwort: „Seine mündlichen Erläuterungen wirken aufs Erste wenig strukturiert; er erzählt nicht unbedingt chronologisch oder gemäß einer ersichtlichen oder rational nachvollziehbaren Logik.“ Und genau so ist das Buch geschrieben. Ich weiß nicht, was Kunz hier bearbeitet hat. Es liest sich, als sei es ohne Punkt und Komma geschrieben. Dabei ist inhaltlich einiges Interessantes zu erfahren. Doch durch die fehlende Gliederung und die fehlenden Absätze bleibt kaum etwas in Erinnerung.

Als Beispiel:
„Hier, wo ich lebe, gab es eine Birkenbesenkapelle, man nennt sie „Die alemannische Besenkapelle“. Dahin kamen früher Kranke, besonders diejenigen, die an Knieproblemen oder Eißen litten.„Eiße“ ist Dialekt und heißt so etwas wie „Furunkel“. Es muss nun ein Birkenbesen gebunden werden. Das ging so: [….]. Ich habe buddhistische Freunde, die haben einen Schreck gekriegt, als ich ihnen von diesem alten Brauch erzählte. Sie sagten: „Oh, wir Buddhisten haben nicht so etwas Schreckliches!“

Im alten Rom trug ein neuer Konsul oder Magistrat Fasces.“ (Seite 31)

Mein Lieblingsbaum

Fünf Bäume

Die fünf Bäume sind die Birke, Buche, Eiche, Linde und Eibe.

Inhaltlich ist es durchaus interessant, wenn man es schafft, seine Erzählungen als alte Brauchtümer zu sehen und nicht esoterisch. Das ist an manchen Stellen nicht so einfach, wenn er zum Beispiel davon erzählt, dass man in Indien bei der Leichenverbrennung da sitzt und meditiert. „Wenn die Meditation tief genug ist, dann sieht man, wie sich die Seele von der leiblichen Hülle trennt und herausstanzt, sich herauswindet.“ (Seite 73)

 

Spannend fand ich zum Beispiel, dass das Wort „Buchstabe“ und „Buch“ mit der Buche zusammen hängt. Die germanisch-keltischen Völker haben aus Buchenholz „Buchenstäbe“ geschnitten, sprich Runen, die dann von Priestern oder weisen Frauen gelesen und enträtselt wurden.

 

Oder dass die nordeuropäischen Völker keine Kirchen nutzen, sondern den Buchenwald.

Die ersten Kirchen kamen aus dem Mittelmeerraum, wo kühle Höhlen angenehm waren. In Nordeuropa konnte man mit den romanischen Kirchen nicht viel anfangen. Man begann die Kirchen höher zu bauen, sodass sie mehr einem Wald glichen.

 

Auf jeden Fall bin ich durch das Buch neugierig geworden und werde in Zukunft sicher achtsamer Bäume betrachten.

Fazit:

Auch wenn ich durchaus einiges Interessante erfahren habe, fand ich es mühsam, das Buch zu lesen. Storl sollte sich einen anderen Co-Autor zulegen. Vom Schreibstil her ist das Buch wirklich schwach.

 

3 ♥ ♥ ♥

Ich danke dem Verlag herzlich für dieses Rezensionsexemplar.

Unsere fünf heiligen Bäume

Autor|in: Wolf-Dieter Storl, Rébecca Kunz

Verlag: Knaur MenSana (01.12.20)

ISBN-10 : 3426658720

Seiten: 192

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