Rezension: Wie Eulen in der Nacht |Maggie Stiefvater

Rezension: Wie Eulen in der Nacht |Maggie Stiefvater

10. Juni 2019 8 Von Petrissa

„Aber wir tragen alle Dunkelheit in uns. Die Frage ist nur, wie viel von uns auch Licht ist.“

Inhalt:

Die Familie Soria wohnt in der Wüste Colorados und die Familie hat eine ganz besondere Begabung. Sie kann Wunder wirken. Was nicht vergleichbar ist mit Zaubern! Sie kann nicht mit dem Finger schnipsen und man hat einen Haufen Geld oder der gestorbene Vater steht wieder auf.

Nein, es geht hier um die wahren Wunder. Die, die einen sich selbst annehmen lassen, mit allen Schwächen und Fehlern die man hat. Und dazu muss man erst einmal hinab steigen in das Dunkelste seiner Seele.

Diese Dunkelheit zu sehen, dabei helfen die Sorias. Aber dann muss man aus eigener Kraft wieder hinauf klettern in das Licht.

Viele Pilger kommen zu der Familie, doch einige schaffen es nicht, ihre eigene Dunkelheit anzunehmen und sich selbst zu befreien. Sie bleiben auf surreale Weise im Wunder stecken und so bei den Sorias hängen.

Und dann bricht Daniel Soria das größte Familientabu und mischt sich in ein Wunder ein.

Meine Meinung:

Grandios! Das Buch landet auf jeden Fall in meinen Top Ten des Jahres!

 

Der Anfang war schwierig zu verstehen. Aber ich mochte die Schreibweise so sehr, dass es mir leicht fiel, dran zu bleiben. Und ich bin so froh darüber!

 

Was mit den Pilgern nach dem ersten Wunder passiert, ist einfach so surreal und mystisch. Es entspricht nichts von dem, was wir kennen und uns vertraut ist. Das muss man eine ganze Weile aushalten, denn es dauert, bis es erklärt wird.

Man kann es zwar an einigen Stellen erahnen, aber doch fehlt der Schlüssel, um es im Ganzen zu begreifen.

Da geht es dem Leser nicht anders als dem Pilger.

„Menschlichkeit, erklärte sie, sei eine Voraussetzung für die Existenz der Dunkelheit.“

Ich empfand die Geschichte um die Dunkelheit als so wahrhaftig. Die eigene Dunkelheit annehmen, ist schwer.

Wir wollen, dass sich etwas ändert im Leben, doch möglichst, ohne das wir etwas ändern müssen.

Nur leider funktioniert es so nicht.

Charaktere

Es gibt ja viele negative Rezensionen zu dem Buch. Ich verstehe, dass es einigen schwer fällt, sich auf den Anfang und auch auf die Darstellung der Dunkelheit einzulassen.

Aber das gesagt wird, die Charaktere seien oberflächlich, kann ich nicht nachvollziehen.

In meiner Wahrnehmung sind sie alles andere als das.

 

Man erfährt von fast allen Personen, womit sie im Inneren zu kämpfen haben. Gerade auch in der Familie Sorias. Dann gibt es einen Konflikt zwischen der älteren und jüngeren Generation. Dazu ein schlimmes Schicksal, was der älteren Generation widerfahren ist und worüber sie zwanzig Jahre geschwiegen haben. Es brodelt nur so von den Familiendynamiken.

Pete fühlte sich darauf hin kein bisschen besser, wie man sich vorstellen kann, denn nur wenige Menschen werden geheilt, indem sie eine Wahrheit gesagt bekommen, statt sie selbst zu erfühlen.

Fazit:

Ich liebe ihren Stil und es steckt so viel Weisheit in ihren Worten!!

Doch man muss sich darauf einlassen können. Eine Weile aushalten können, dass man das Surreale nicht versteht.

Und vielleicht… vielleicht muss man auch seine eigene Dunkelheit kennen, um das Buch zu verstehen.

 

5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥


Wie Eulen in der Nacht

Autorin: Maggie Stiefvater

Verlag: Knaur (Nov.’18)

ISBN-10: 3426522829

Seiten: 304


Loading Likes...