Smoke

Smoke

19. April 2017 10 Von Petrissa
Autor: Dan Vyleta
Verlag: carl´s books
Seiten: 624

Das Buch spielt Ende des 19. Jahrhunderts in London. In dieser Welt ist nichts so, wie wir es kennen und in der Analogie ist gleichzeitig alles so, wie wir es kennen. 
Jeder schlechte Gedanke, jedes negative Gefühl wird als dunkler Rauch sichtbar, der dem Körper unkontrolliert entweicht. 
Die Kinder lernen von klein auf, das der Rauch böse und schlecht ist und werden so erzogen, dass sie lernen, ihre Gedanken und Gefühle zu kontrollieren. Bis 11 Jahren sieht man ihnen den Rauch nach. Adelige und reiche Schüler kommen auf Internate, wo auch mit Strafe alles dran gesetzt wird, sie zu nicht-rauchenden Menschen zu machen. 
Die zwei Jugendlichen und Freunde Thomas und Charlie fangen an, die Gesetze des Rauchs und die der Erwachsenen zu hinterfragen. Sie stoßen dabei auf Geheimnisse und Intrigen und kommen bald auch in Lebensgefahr. 
Wer das Geld hat, hat die Macht. Das ist hier nicht anders. Es gibt
Möglichkeiten zu verhindern, dass man raucht, aber dazu muss man die
Mittel haben. 
Am Anfang fiel es mir etwas schwer, mich auf diese Welt einzulassen, in der doch so vieles anders ist. Zu verstehen, was das mit dem Rauch auf sich hat. 
Doch nachdem ich mich mal darauf eingelassen hatte und es als Tatsache akzeptiert habe, auch wenn zu dem Zeitpunkt noch nicht klar war, woher der Rauch nun kommt, hat das Buch mich gefesselt und blieb spannend bis zur letzten Seite. 
Ich hatte erst erwartet, dass man nun viele böse Gedanken zu sehen bekommt. Und war schon sehr gespannt darauf.;) Doch das Böse ist oft subtil und zudem relativ. 
Wie oft ärgert man sich über jemanden, was schnell wieder vergessen ist. Doch der Rauch hinterlässt Spuren auf der Kleidung und man ist gebrandmarkt. 
Ich fand das Buch spannend und temporeich erzählt. Daneben hat es mich aber auch sehr nachdenklich gemacht. Wie schnell verurteilen wir andere? Welche Gefühle kategorisieren wir in gut und böse? Welcher Zweck heiligt die Mittel? 
Mit der Auflösung, dem Ende bin ich nicht so 100% zufrieden. Dennoch hat mir das Buch so viel an Überlegungen und Gedanken mitgegeben, dass ich es nicht schlechter als 4,5 ♥ bewerten will.
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