Welttag des Buches

Welttag des Buches

22. April 2017 25 Von Petrissa
Ich möchte Euch heute zum Weltbuchtag 4 Menschen vorstellen, die mit Büchern arbeiten, alle in einem anderen Bereich. Ich habe sie jeweils gefragt, was sie an ihrem Beruf am meisten mögen und was am wenigsten. Dazu möchte ich Euch noch eine Buchbloggerin vorstellen, der ich ähnliche Fragen gestellt habe. 

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Anfangen möchte ich mit Britta Röder. Sie ist Autorin von “Die Buchwandere” und “Zwischen den Atemzügen“.
Liebe Britta, Danke dass Du Dir die Zeit nimmst. 
Was magst Du an Deinem Beruf am meisten?
Mit Beruf meinst du sicher das
Schreiben. Ehrlich gesagt ist das ja gar nicht mein Beruf. Weil
ich könnte niemals davon leben. Die allerwenigsten AutorInnen
können das überhaupt. Mich finanziert mein Brot-Job in einem
Frankfurter Verlag. Immerhin habe ich Glück und arbeite viel mit
Texten. Das Bücherscheiben ist dann doch eher eine Berufung,
eine Leidenschaft. Was daran schön ist? Das Ganze an sich. Das
Abtauchen können in eigene Phantasien, die Freiheit eine
Geschichte so laufen zu lassen, wie ich es will. Und wenn das
Buch fertig ist, liebe ich es auf Lesungen zu sein, meinen Text
vorzustellen und mit meinem (Lese-)Publikum zu teilen.

Und was magst Du daran am wenigsten? 

Den Aufwand drumherum. Es kostet Zeit,
ein Buch zu schreiben. Aber das ist okay, weil am Ende ein
möglichst gutes Ergebnis stehen soll. Und dafür ist mir
eigentlich keine Zeit zu schade. Aber ein Buch an den Leser/die
Leserin zu bringen ist wie ein Fass ohne Boden. Als Autor
kümmert man sich meistens selbst um seine Lesungstermine, um die
Pressearbeit, um Leserunden, man pflegt ein riesiges Netzwerk
… Das kostet alles Zeit, die mir am Ende zum Schreiben fehlt.
Darum mag ich diesen Part am wenigsten.

Magst Du uns noch Dein Lieblingsbuch verraten?
Habe ich nicht. Es gibt einfach zu viele
Bücher. Schon seit ich Jugendliche bin lese sehr viel. Und immer
wieder entdecke ich neue Titel, die mich absolut packen und die
ich auch noch nach Jahren abrufen kann. Solche Bücher sind
Lieblingsbücher. Doch für eine einfache Liste wären das hier
schon zu viele.
Vielen lieben Dank für diesen persönlichen Eindruck! 🌸
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Weiter geht es mit PotatoPeelPie. Wir kennen uns aus dem Büchertreff und sie ist Buchhändlerin
Liebe PotatoPeelPie, was magst Du in Deinem Beruf als Buchhändlerin am meisten?
Mit den Menschen in unserer Buchhandlung ins Gespräch zu kommen:
Natürlich sehr gerne, wenn es darum geht, ein Buch zu empfehlen (am
liebsten eines, von dem ich selbst gerade total begeistert bin).
Aber auch einfach so, z.B. beim Bezahlen an der Kasse. An ganz
vielen Tagen lässt sich nämlich sagen: Menschen, die Bücher lieben,
sind entspannt, freundlich und haben Humor! Und das ist herrlich.

Was macht dir an meinem Beruf am wenigsten Freude?
Dass es doch tatsächlich immer wieder Kunden gibt, die sich im Recht
damit fühlen, die “kleinen Verkäufer” im Einzelhandel wie niederstes
Fußvolk zu behandeln – und dementsprechend fordernd, ungeduldig und
unhöflich sind. Da braucht’s dann zur emotionalen Regeneration den
Rückhalt all meiner tollen Kolleginnen und Kollegen… und unseren
kleinen Schokoladenvorrat im Lagerraum.

Was ist dein Lieblingsbuch?
Nur eins?! Ich wage die kühne Behauptung, dass keine Buchhändlerin
und kein Buchhändler dieser Welt sich auf nur ein Lieblingsbuch
festlegen könnte – oder generell kein Vielleser! Nun, sagen wir mal
so: Ich hätte nichts gegen Camille, Franck und Philibert als
Mitbewohner einzuwenden, ich würde bei einem kriminalistischen
Problem bevorzugt Jean-Baptiste Adamsberg und natürlich Flavia zu
Rate ziehen, und sollte ich jemals in New York sesshaft werden, so
wünsche ich mir Lily als Stadtführerin.

Hab lieben Dank für den interessanten Eindruck! 🌺
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Weiter geht es mit LaRelieuse. LaRelieuse ist so wohl Buchhändlerin als auch Buchbinderin. Ich habe sie hier zu dem Beruf der Buchbinderin befragt. 
Liebe LaRelieuse, ich glaube, die wenigsten haben eine genaue Vorstellung über den Beruf der Buchbinderin. Was magst Du am meisten an dem Beruf?
 Ich bin ja Buchbinderin im Handwerk (im Unterschied zum Industriebuchbinder, der “nur” die großen Maschinen bedient ). Es war (und ist) immer mein Traumberuf gewesen, obwohl ich auch als
Buchhändlerin sehr glücklich bin. Ich liebe am Buchbinden eigentlich
alles. “Alles” meint dieses große Zusammenspiel, dass man in eigentlich
jedem Handwerk hat. Man hat so viele unterschiedliche, wunderbare
Materialien wie Leder, Papier, Pergament, verschiedene Klebstoffe und
noch einiges mehr, dann nimmt man verschiedene Werkzeuge zur Hand und
kann dabei zusehen, wie sich die Einzelteile unter den eigenen Händen,
Schritt für Schritt, in ein individuelles, einzigartiges Werkstück
zusammensetzen und -wenn es gut gemacht ist- perfekt zusammen wirken.
Das es sich dabei um ein Buch handelt, macht es natürlich zu etwas ganz
besonderem.
Das hört sich alles ziemlich toll an. Gibt es auch etwas, was Du nicht magst? 
Hm, das ist tatsächlich nur ein
einziger Arbeitsschritt, wenn ich jetzt Mal so drüber nachdenke. Und
zwar das Titelprägen. Ganz abgesehen davon, dass man sich da wirklich
fies die Finger verbrennen kann, denn die Lettern werden erhitzt, damit
die Buchstaben sich in das Einbandmaterial “einbrennen”, kann man sich
mit diesem Arbeitsschritt die gesamte Decke (also, den Einband)
versauen. Denn nichts ist schlimmer, als dass sich irgendein falscher
Buchstabe in die Titelei einschleicht und man merkt es nicht und dann
darf man noch mal von vorne anfangen- besonders spannend natürlich bei
wertvollen Materialien wie Leder oder Pergament. Ist mir zum Glück nie
so richtig passiert. Eine einzige wertvolle Decke habe ich mal versaut-
aber das ist mein Privatbuch und die Schrift ist so verschnörkelt, dass
es nicht auffällt, dass auf meiner Ausgabe des “Letzten Mohikaner” nicht
Mr. James Fenimore Cooper der Autor ist sondern Mr. Jomes Fenimore
Cooper.

Verrätst Du uns noch Dein Lieblingsbuch?
Ganz klar “Tintenherz” von Cornelia Funke.
Schließlich verdanke ich diesem Buch meine Ausbildung als Buchbinderin.
Ich habe gelesen, was Mo kann- als Bücherarzt, nicht als Zauberzunge-
und wollte das auch können. So einfach ist das.
Das ist ja eine schöne Geschichte! Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast. 🌷
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Dann habe ich eine Freundin, die Bibliothekarin an einer großen Unibibliothek ist. Sie möchte gerne anonym bleiben.
Was magst Du an Deiner Arbeit am meisten?
An meiner Arbeit in der Universitätsbibliothek gefällt mir besonders, dass ich mein Wissen mit anderen teilen und ihnen Hilfe zur Selbsthilfe geben kann.
Außerdem ist es toll, dass die Aufgaben so abwechslungsreich sind: von der Arbeit an der Info über Schulungen bis hin zur Mitgestaltung der Webseite und der sozialen Medien.

Was gefällt Dir weniger?
Weniger gut gefällt mir, dass es einige finanzielle und organisatorische Einschränkungen gibt, die die Arbeit erschweren. Teils unnötig, wie ich finde.

Hast Du ein Lieblingsbuch?
Ein Lieblingsbuch auszuwählen ist schwer. Ich lese (klischeegerecht) sehr gern und viel. Und zwar querbeet: Biografien, Fantasy, Krimis, Sachbücher…
Für meine Arbeit an der Unibibliothek ist das Bücherlesen gar nicht unbedingt notwendig. Ich liebe es einfach schon seit meiner Kindheit.

Eine Auswahl meiner Lieblingsbücher sind
aus dem Bereich Fantasy
die Wächter Trilogie von Sergej Lukianenko,
die Otherland Reihe von Tad Williams

aus dem Bereich Sachbücher
Darm mit Charme von Giulia Enders,
Unser Körper: Geschichte, Gegenwart, Zukunft von Daniel Lieberman und Sebastian Vogel
und die Krimireihe um dem Privatdetektiv Kayankaya von Jakob Arjouni.

Ganz lieben Dank für Deinen Einblick in Deinen Beruf und Deine Leseinteressen! 🍀
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Eine Bloggerin darf hier natürlich nicht fehlen. Auch wenn es kein Beruf ist, so könnte er durchaus einer sein. Ich habe Tanja von “Der Duft von Büchern und Kaffee” gefragt.
Was macht Dir am Bloggen über Bücher am meisten Spaß? Vielleicht im Zusammenhang mit den Rezensionsbüchern?

Als
ich mit dem Bloggen angefangen habe, war ich voller Motivation. Ich
hatte eigene Ideen, die ich verwirklichen wollte. Mein allererster
Artikel war zum Beispiel ein, “Und was gibts dazu?”-Artikel. Ich gebe
dem Leser hier einen kurzen Einblick in die Geschichte, verrate etwas
mehr von der Stelle, an der dieses Gericht eine Rolle gespielt hat und
kreiere dann ein passendes Rezept zum Nachmachen.
Natürlich
hatte ich etwas Sorge, dass die Lust am Bloggen durch den Mangel an
Zeit verloren gehen könnte. Sicherlich habe ich schon oft Zeiten erlebt,
wo es etwas stressig wurde. Doch der Blog genießt bei mir eine sehr
hohe Priorität.
Ich liebe es mit anderen Lesern in
die Diskussion zu treten und mich über Bücher auszutauschen. Zwar kenne
ich auch so ein paar Menschen, die gerne lesen, doch fällt es viel
einfacher übers Internet eine Vielzahl von Kontakten zu knüpfen. Auch
habe ich einige Leser/Blogger kennengelernt (privat und auch
persönlich), die ich andernorts wohl nie getroffen hätte. Einige
Menschen sind mir schon sehr ans Herz gewachsen. Ich freue mich über
E-mails, Leseabende und jeden Austausch auf dem eigenen Blog und auf
anderen Internetseiten.
Ich glaube, dieser Austausch ist einer der wichtigsten Punkte, der mir am Bloggen Spaß macht.
Es
sind aber auch die Ideen, die man beim Bloggen verwirklichen kann. Man
kann kreativ werden und wird durch dankbare Kommentare belohnt.
Erlebnisse, die man gerade in Verbindung mit Büchern macht, kann man mit
anderen Menschen teilen und muss sie nicht mit sich selbst ausmachen.
Durch
das Bloggen ist mein Horizont Bücher betreffend auch stark gewachsen.
Dadurch, dass man sich nahezu täglich mit dem Thema beschäftigt, erfährt
man natürlich auch viel mehr. Ich habe z.B. auch zahlreiche Newsletter
abonniert, auf Facebook bin ich mit Gleichgesinnten verknüpft, Verlage
schreiben einen an und dann recherchiere ich auch für Artikel wie die
Neuerscheinungen des Folgemonats in den Verlagsprogrammen.
Vor
dem Bloggen hatte ich nicht die Motivation bis nach Frankfurt auf eine
Buchmesse zu reisen. Mein erster Messebesuch war einer meiner schönsten
Erlebnisse. Ich möchte ihn nie mehr missen. Mittlerweile dient der
Messebesuch dazu, um Verlagsmitarbeiter und auch Blogger einmal
persönlich kennenzulernen und interessante Neuigkeiten vermittelt zu
bekommen.

Was mir auch sehr viel Spaß am Bloggen macht,
sind gemeinsame Aktionen. So zum Beispiel die Artikel mit Leni, die
Mädelsabende, bei denen wir immer in einer geselligen Gruppe unser Hobby
zelebrieren und die eine Menge Spaß machen oder aber auch die Freude,
die man verbreiten kann, wenn man z.B. ein Buch verlost oder eine
Challenge mit anderen Lesern startet.

Durch das Bloggen
habe ich auch schon viele wunderschöne Erfahrungen machen können. So hat
mich z.B. eine Bloggerin mit einer Weihnachtskarte überrascht. Das war
damals an einem Tag, an dem es auf der Arbeit nicht so gut lief. Mein
Tag war von einen Schlag auf den anderen wieder richtig schön geworden.
Ich konnte das Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht bekommen.

Oder
diese Situation, wenn man heimkommt und ein Buch, auf das man sich sehr
gefreut hat, liegt überraschend im Briefkasten. Gibt es etwas
Schöneres?

Gibt es etwas, was Du daran auch anstrengend findest und Dir
weniger Spaß macht?

Ich setze mich manchmal selbst
unter Druck. Mein Vorsatz ist es, zu jedem gelesenen Buch auch eine
Rezension zu schreiben. Ich habe Angst, dass ich meine Gedanken
vergessen könnte, wenn ich die Rezension nicht gleich schreibe. Unter
der Woche nach einem anstrengenden Arbeitstag gelingen mir Artikel nicht
so gut. Daher mache ich das meist am Samstagmorgen. Wenn ich dann aber
noch andere Verpflichtungen habe oder unter Stress gesetzt werde, weil
andere Leute etwas von mir wollen, dann kann das anstrengend werden.
Mittlerweile
schreibe ich auch nicht mehr zu jeder Rezension einen “Und was gibts
dazu-Artikel”. Das war auch etwas, was ich damals unbedingt beibehalten
wollte. Ich habe aber festgestellt, dass es nicht so schlimm ist, wenn
auch mal ein Buch ohne einen solchen Artikel auskommen muss. Jede
Rezension und jeder “Und-was-gibts-dazu-Artikel”, den ich dann jedoch
vorbereitet habe, erfüllt mich mit einer innerlichen Zufriedenheit. Es
ist also nicht schlimm, dass man manchmal diese Zeit/Motivation ein
wenig durchboxen muss. Das Ergebnis ist es bislang immer wert gewesen
:o)

Kannst Du uns eines Deiner Lieblingsbücher nennen? Oder ein Buch,
was Dich sehr beeinflusst hat?

Oh, das ist eine
sehr schwere Frage. Es gibt so viele Geschichten, in die ich mich
verliebt habe. Es ist fast schon ein wenig unfair hier nur einzelne
Bücher zu benennen. Dennoch werde ich mal ein paar Bücher aufführen, die
ich am liebsten an viele Menschen weiterverschenken würde, weil die
Geschichten darin wunderschön sind:

– Morgen lieb ich dich für immer von Jennifer L. Armentrout
(Eine Geschichte, die mich sehr stark berührt hat und die schon jetzt zu meinen Lesehighlights 2017 zählt)

– Die Königin der Schatten von Erika Johansen und Elias & Laia von Sabaa Tahier
(Meine zwei liebsten Fantasybuchreihen)

– Der Kuss des Kjers von Lynn Raven
(Danach bin ich wirklich in ein übeles Leseloch gefallen …)

– Das Blubbern von Glück von Barry Jonsberg
(Dieses Buch musste ich nach dem Lesen sehr oft an liebe Menschen verschenken. Ich konnte einfach nicht anders …)

Eine tolle Antwort. Danke Dir!  🌻
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Ich hoffe, Ihr fandet die Antworten so interessant wie ich auch. 
Und ich wünsche Euch ein weiteres Jahr voller interessanter und spannender Bücher! 
Liebe Grüße
Lilly

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